Automobilrevue.de

Energisches aus Südkorea
Daewoo Lacetti

Am 17. Oktober 2002 wurde im südkoreanischen Seoul mit
GM Daewoo eine neue Automobilfirma gegründet. In nur einem Jahr erneuerte das amerikanisch-koreanische Joint-Venture mit den drei neuen Baureihen Kalos, Evanda und Nubira das Modellprogramm grundlegend und baute zeitgleich neue Verkaufsorganisationen und Händlernetze auf. Das die europäischen Käufer GM Daewoo als junge dynamische Marke mit einem erstklassigen Preis-Leistungsverhältnis entdeckt haben, belegt eindrucksvoll die Zahl exportierter Fahrzeuge, die sich von 130.000 Einheiten in 2002 auf 270.000 im vergangenen Jahr verdoppelte. Damit das kräftige Wachstum auch in diesem Jahr weiter gehen kann, legen die Koreaner bereits wieder nach und präsentieren in diesen Tagen das fünftürige Fließheckmodell Lacetti (lateinisch: kraftvoll, muskulös, energisch), das Golf, Astra und Konsorten Paroli bieten soll.

Sein dynamisches Design stammt auch diesmal wieder aus der Feder von Stardesigner Giorgetto Giugiaro, der mit seiner Firma Italdesign Anfang der 70er den ersten VW Golf zeichnete und schon für das Styling von Daewoo
Matiz, Kalos und Evanda verantwortlich war. Der neue Lacetti fügt sich harmonisch in die GM Daewoo-Familie ein und trägt selbstbewusst sein großes verchromtes Markenlogo im Kühlergrill zur Schau. Die sympathischen Mandelaugen werden den weiblichen Käuferanteil überdurchschnittlich in die Höhe steigen lassen, appelliert das freundliche Lacetti-Gesicht doch an den natürlichen Mutterinstinkt „ich bin niedlich hab mich lieb“.

Die Heckpartie wirkt kraftvoll und dynamisch, hier gefallen vor allem die edlen und wohlgeformten Rückleuchten und der lässige Blechknick unterhalb der Heckscheibe, der die breite Karosserieschulter fortsetzt. Ein langer Radstand von 2,60 Meter mit kurzen Überhängen, ausgeprägten Radhäusern und nach hinten ansteigender Gürtellinie betonen die sportliche Note des Lacetti. Das es sich bei Daewoos neuer Kompaktklasse durchaus um ein stattliches Automobil handelt, belegen die Karosserieabmessungen deutlich. Mit einer Gesamtlänge von 4.295 Millimetern übertrifft er die komplette Konkurrenz. Auch bei der Spurbreite von 1.480 Millimetern sowie in der Breite (1.725 mm) liegt der Lacetti im oberen Drittel des Wettbewerb-Umfeldes. Gegen den allgemeinen Trend zu mehr Außenhöhe wirkt er mit 1.445 Millimetern fast schon sportlich-flach.

Frischer Esprit umweht auch das Interieur, in dem die vier runden Luftdüsen und die silbern eingefassten Instrumente harmonisch mit den silbernen Kunststoffapplikationen der Mittelkonsole abgestimmt sind. Das zweifarbige Armaturenbrett ist oben mit einer dunkelgrauen, genarbten Oberfläche versehen, die störende Reflexionen verringern soll während der untere Bereich helle Farbtöne aufweist. In der Mittelkonsole, die das halbrunde Vierspeichen-Lenkrad formal wiederholt, sind Heizung und Klimatisierung sowie das Radio untergebracht. In der besser ausgestatteten CDX-Variante ist sogar noch Platz für einen fünffachen CD-Wechsler vorhanden.

Das Platzangebot des Fronttrieblers darf getrost als großzügig bewertet werden, übertrifft es nicht nur den Vorgänger Lanos deutlich sondern setzt besonders auf den Rücksitzen im Segment der kompakten Fließhecklimousinen einen neuen Bestwert. Auch der Kofferraum zeigt sich von seiner großzügigen Seite. Durch Umlegen der 60:90 teilbaren Fondbank lässt sich das Gepäckraumvolumen von 275 Liter auf bis zu 1.045 Liter mehr als verdreifachen.

Bei ersten kurzen Probefahrten im Baskenland rund um Biarritz gefielen die bequemen und vielfältig verstellbaren Sitze, die selbst Sitzriesen über 1,90 Meter genügend Komfort bieten. Die Ellenbogen ruhen bequem auf einer Armauflage in der Fahrertür bzw. auf der lederbezogenen Abdeckung der Ablagebox zwischen den Vordersitzen. Überhaupt bietet der Lacetti zahlreiche Ablagen wie beispielsweise Cupholder in der Mittelkonsole, Taschen hinter den Sitzen, Ablagefächer in den Türen sowie ein üppiges Handschuhfach und ein Kleingeldfach links vom Lenkrad.

Zu Beginn seiner Karriere startet der Lacetti mit drei Benzinmotoren mit 1.4, 1.6 und 1.8-Liter Hubraum, eine Dieselmotorisierung ist noch nicht in Sicht. Als Basisversion dient ein 1.4-Liter Triebwerk mit 70 kW/96 PS, das aber trotz seines geringen Leergewichts von 1.245 kg einen müden und gequälten Eindruck machte. Nur durch fleißiges Schalten des butterweichen Fünfgang-Getriebes und hohe Drehzahlen kann das brummige Aggregat bei Laune gehalten werden. Deutlich flotter ist die 1.8-Liter Maschine mit 90 kW/122 PS, mit der eine Höchstgeschwindigkeit von 194 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 9,5 Sekunden erreicht wird. Doch sollte man auch von der Topmotorisierung keine sportlichen Fahrleistungen erwarten. Optional ist für den 1.8-Liter eine Viergang-Automatik erhältlich, die freilich einiges der Leistung aufzehrt. Dazwischen liegt noch die 1.6-Liter Version, die 80 kW/109 PS leistet.

Allen drei Benzinmotoren ist gemein, das sie nur in der Euro3 Schadstoffklasse eingruppiert sind, was für ein völlig neu entwickeltes Modell unverständlich ist. Auch das Fehlen eines Diesels dürfte einige potenzielle Kunden zur Konkurrenz schauen lassen. Die kombinierten Kraftstoffverbräuche nach Richtlinie 1999/100 EG gibt Daewoo mit 7,1 Liter/100 km für die 1.4 und 1.8 Liter-Maschine an, für den 1.6er werden 7,5 Liter/100 km genannt.

Bleiben zum Schluss noch die Preise. 13.550 Euro kostet das Basismodell 1.4 SE, das bereits eine Zentralverriegelung, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorn und ein Kassettenradio enthält. Die ab der 1.6-Liter-Version (14.550 Euro) serienmäßige Modelllinie SX bietet darüber hinaus eine Klimaanlage, Funk-Fernbedienung für die Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber hinten, Lederlenkrad und Lederschaltknauf sowie eine Lordosenstütze für den Fahrersitz. Richtig luxuriöse geht’s im 16.250 Euro teuren Topmodell 1.8 CDX zu, der serienmäßig über einen fünffach CD-Wechsler mit Lenkrad-Fernbedienung, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, Nebelscheinwerfer sowie Regensensoren für die Scheibenwischer verfügt.

Der neue Daewoo Lacetti wird am 24. April auf dem deutschen Markt eingeführt.

Fotos: D. Oelschläger

Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

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Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

Daewoo Lacetti Biarritz

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