Automobilrevue.de

Aufstieg in die 1. Liga
Ford Mondeo ST220

Man nehme: Die Top-Version des jeweiligen Modells unters Tuning-Messer und verfeinere Gutes noch mit scharfer Klinge. Die Fieberkurve des bewährten Mondeo 3.0-V6 konnten die Ford-Techniker somit um 56 auf 226 PS steigern. Doch reicht dies für die Championsleage? www.automobilrevue.de testete den Ford Mondeo ST 220 auf Herz und Nieren.

Hochgezüchtete Sportmodelle haben bei
Ford eine langjährige Tradition, noch bestens bekannt sind uns die legendären Cosworth-Versionen von Sierra und Escort mit ihren gigantischen Heckflügeln, die heutzutage allerdings so ziemlich out sind. Doch Ford hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt bei seiner aktuellen Top-Version auf pures Understatement. Große Achtzehnzoll-Räder, eine bullige Frontschürze und eine noch maskulinere Heckpartie samt zweier großer Auspuffrohre rechts und links machen Unwissenden klar, dass man es hier eben nicht mit einer 08/15-Familienkutsche zu tun hat. Trotzdem sind die Veränderungen sehr moderat, keine Spur von Mega-Spoilern vergangener Tage. Obwohl sich die äußerlich sichtbaren Änderungen zum Serien-Mondeo in Grenzen halten wirkt der ST220 weitaus dynamischer, was auch auf das Konto der weit ausgestellten Kotflügel und des grobmaschigen Kühlergrills geht. Der Mondeo ST220 ist ein schickes Auto, dass sich optisch nicht hinter prominenter Konkurrenz vom Schlage eines Alfa 156 GTA, Audi A4 3.0 oder BMW 330i verstecken muss. Allen gemeinsam ist, das es sie sowohl als viertürige Limousine und als Kombi gibt, den Ford sogar noch als Fünftürer mit Schrägheck.

Donnerwetter aus dem Auspuff

Der aus Aluminium hergestellte und nur 31 kg leichte 3,0-Liter-Duratec-ST-V6 leistet 166 kW/226 PS bei 6.150 min-1 und stellt ein maximales Drehmoment von 280 Nm bei 4.900 min-1 zur Verfügung. Damit erreicht der Mondeo ST220 eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und beschleunigt in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Beim Tritt auf das Gaspedal stürmt der Ford mit einem satten und kernigen Röhren aus dem Edelstahlauspuff so vehement nach vorne wie Ronaldo beim legendären WM-Endspiel in Yokohama gegen Klose. Wer an Ampeln gerne mal Rentner erschreckt wird somit am tollen Sound des ST220 seinen Spaß haben. Bei niedrigen Drehzahlen unter 3.500 min-1 reagiert das Fahrzeug kultiviert und progressiv auf normale Gasbefehle, erst höhere Umdrehungen der Kurbelwelle bringen den ersehnten sportlichen Kick bei dem sich die Insassen auf ein Donnerwetter gefasst machen müssen.

Knackig und exakt abgestuft ist das sportlich abgestimmte manuelle Sechsganggetriebe, das die Kraft auf die Vorderräder überträgt. Dabei bringt der Mondeo seine hohe Leistung auch ohne Stollenbereifung stets optimal auf die Straße, eine serienmäßige Antischlupfregelung (ASR) steuert die Antriebskräfte hierbei wohldosiert. Und wer es in Kurven einmal zu forsch angehen lässt den bringt das elektronische Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP) schnell wieder auf den richtigen Pfad der Tugend zurück. Trotz der 15 mm Tieferlegung, den 225er Niederquerschnittsreifen auf polierten 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, die den ganzen Radkasten ausfüllen, und dem straff abgestimmten Sportfahrwerk, das aus dem Mondeo einen astreinen Kurvenflitzer macht, müssen die Insassen auf Komfort nicht verzichten. Die saubere Abstimmung von Federn und Dämpfern lassen den Mondeo ST220 sogar auf schlechten Straßen souverän dahingleiten, selbst harte Schläge schluckt das Fahrwerk souverän. Der Ford überzeugt mit einem exzellenten Kurvenverhalten und einem ausgezeichnetem Handling, das ein exakt ausbalanciertes Fahrverhalten an den Tag legt und dem Fahrer maximales Fahrvergnügen bereitet.

Bremsen packen zu wie Oli Kahn

Doch auch auf der Autobahn ist Ford’s Spitzensportler in seinem Element. Langstrecken gehören dank der hohen Fahrleistungen zu seiner Paradedisziplin, die bullige Front mitsamt den Xenon Scheinwerfer sorgen dabei für das nötige Überholprestige. Die vier Scheibenbremsen des ST220 packen genauso erbarmungslos zu wie Oliver Kahn in seinem Tor. Serienmäßig verfügt der Mondeo über ein elektronisch geregeltes ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und einen Sicherheitsbremsassistenten. Das Hochleistungsbremssystem bringt den Mondeo ST220 aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h schon nach 37 Metern zum Stillstand (Werksangaben).

Und wie schaut’s bei den inneren Werten aus? Da wäre zunächst einmal das großzügige Platzangebot vorne wie hinten. Selbst wenn der Fahrer seinen Sitz weit zurückstellt, bleibt dem Hintermann noch genügend Beinfreiheit. Den Spruch "mach doch mal den Sitz nach vorne ich hab keinen Platz" wird man in diesem Auto nur von solchen Leuten hören die ohne zu springen an einen Basketballkorb heran kommen. Die serienmäßigen Recaro-Ledersportsitze bieten einen hervorragenden Halt in jeder Situation und lassen sich umfangreich verstellen, der Fahrersitz sogar elektrisch. Beim riesigen Kofferraum meint man fast das dieser gar nicht mehr aufhören will. Reichlich 500 Liter passen in die Limousine hinein und wem das nicht ausreicht der klappt einfach die geteilten Rücksitzlehnen um.

Komplette Sicherheitsausstattung

Formschön und hochwertig ist der Instrumententräger mit klar angeordneten und gut ablesbaren Anzeigen und Schaltern, für den sportlichen Touch sorgen die weiß hinterlegten und chromumrandeten Rundinstrumente. Blickfang im Instrumentenbrett des ST220 ist die hochglanzlackierte schwarze Mittelkonsole, die ovale Analoguhr in deren Mitte mutet allerdings etwas antiquiert an. Nichts zu meckern gibt es hingegen an der Sicherheitsausstattung. Zweistufige Frontairbags, Seitenairbags und Kopf-Schulterairbags vorn und hinten schützen die Insassen. Ergänzt wird die Sicherheitsausstattung durch aktive Kopfstützen vorn, Dreipunktsicherheitsgurte auf allen Plätzen sowie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn, wegklappende Fußpedale und Isofix-Vorbereitung. Optional gibt es integrierte Kindersitze. Ein deutliches Plus in Sachen Komfort ist die heizbare Frontscheibe, die im Winter lästiges Eiskratzen überflüssig macht. Darüber hinaus verwöhnt der Ford mit allerlei netten Extras. So gehören neben einer serienmäßigen Klimaautomatik, Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Lederpolsterung, Sony-Audioanlage mit CD-Wechsler und Xenon-Scheinwerfer mit Tag-/Nacht-Sensor zum Umfang. Und die beliebte Metallic-Lackierung gibt es auch noch gratis mit dazu.

Und wie schaut’s bei den Kosten aus? Erfolgreiche Aufsteiger haben gewöhnlich einen selbstbewussten Preis, doch nicht so beim Mondeo ST220. Mit 34.125 Euro bewegt sich der Sportler eher im unteren Bereich der hochmotorisierten Mittelklasselimousinen. Die anfangs erwähnten Hauptwettbewerber Alfa 156 GTV (39.500 Euro), BMW 330i (35.500 Euro) und Mercedes C 320 (37.120 Euro) kosten deutlich mehr, lediglich der Audi A4 3.0 (33.700 Euro) liegt auf dem günstigen Preisniveau des Ford, bietet jedoch genauso wie der BMW anstatt einer Komplettausstattung eine seitenlange Aufpreisliste.

Fazit:

Die Kölner haben mit diesem Auto das geschafft, was der 1. FC Köln noch vor sich hat: In die erste Liga aufzusteigen, dort, wo auch BMW 330i, Audi A4 3.0 und Mercedes 320 ihre Runden drehen. Für die "Championsleage", also da, wo M3, RS4 und AMG zu Hause sind, reicht es zwar nicht, doch für diese Autos legt man ja auch locker das doppelte bis vielfache auf den Tisch.
(dio)

Technische Daten
(Werksangaben)

Motorbauart/Zylinderanzahl

6 Zylinder V-Motor

Hubraum [cm3]

2.867

Leistung [kw/PS] bei U/min

166/226 bei 6.150

Max. Drehmoment [Nm] bei U/min

280 bei 4.900

Antrieb

Frontantrieb

Länge x Breite x Höhe [mm]

4.731 x 1.812 x 1.459

Radstand [mm]

2.754

Leergewicht / Zuladung [kg]

1.485 / 490

Kofferraum [L]

500

Tankinhalt [L]

58,5

Höchstgeschwindigkeit [km/h]

250

Beschleunigung 0 - 100 km/h [s]

7,6

Durchschnittsverbrauch [L/100 km]

10,4

Grundpreis [Euro]

34.125 (Turnier: 35.575)


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Weitere Informationen zu Ford finden Sie unter
www.Ford.de

Fotos: Achmad Setiawan

Ford Mondeo ST220

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