Automobilrevue.de

Salon international de l'Automobile Genéve 2001
01.03. - 11.03.2001

Ein ausgezeichneter Jahrgang war der diesjährige internationale
Automobilsalon in Genf, der bereits zum 71. mal am Lac Leman stattfand und wo mehr als 100 Welt- oder Europapremieren präsentiert wurden.
www.automobilrevue.de stellt die wichtigsten Neuheiten vor und berichtet über ungewöhnliche Studien und Designlösungen.

Heiß umlagert war der Stand von Aston Martin, wo der neue V12 Vanquish sein Weltdebüt gab. Das Premium Grand Turismo Coupé wird das Modellangebot nach oben abrunden und gegen etablierte Wettbewerber wie vom Schlage eines Ferrari 456 GT antreten. Aston Martin Händler sagten bereits 6 Monate vor Verkaufsbeginn eine Wartezeit von 3 Jahren voraus. Somit dürfte die Exclusivität des 446.000 DM teuren Spielzeuges gewahrt bleiben.

Audi zeigte neben dem bereits in Paris vorgestellten A4 den kleinen A2 1.2 TDI als erstes viertüriges Dreiliter-Fahrzeug der Welt, das seinen konkurrenzlos günstigen Verbrauch durch Aluminium-Leichtbau- Technologie und dem Rekord-cw-Wert von 0,25 erreicht.

Gleich doppelte Weltpremiere erlebte die zweite Generation des BMW 3er Compact, der gegenüber der Limousine eine um 21 cm kürzere Karosserie mit markanter Front- und Heckpartie erhält. Die von BMW neu entwickelte Valvetronic im 316ti ermöglicht erstmals einen variablen Hub von Einlassventilen und damit eine drosselfreie Laststeuerung, wodurch der Kraftstoffverbrauch um mindestens 10 Prozent gesenkt wird. Als weitere Neuheiten zeigte BMW neben dem M3-Coupé SMG mit sequentiellem automatisch- manuellem Getriebe auch das M3-Cabriolet. Die Allradlimousine X5 wird jetzt auch mit einem 3-Liter- Dieselantrieb mit Common-Rail-Direkteinspritzung angeboten.

Bugatti gab in Genf die Serienfertigung des allradgetriebenen EB 16-4 Veyron ab 2003 bekannt, dessen 8 Liter Sechzehnzylinder dank seiner vier Abgasturbolader gigantische 736 kW (1001 PS) leistet. Mit einem Drehmoment von 1.250 Nm (!) entwickelt er eine schier unglaubliche Kraft, die jedem Formel-1-Boliden ausgezeichnete Rundenzeiten bescheren würde.

Chrysler brachte einen bunten Blumenstrauß mit Neuheiten in die Schweiz mit. Neben dem Voyager- Nachfolger zeigten die Amerikaner das gelungene Sebring Cabriolet, das den Stratus ab sofort ersetzt. Dazu gesellten sie noch eine viertürige Limousine, die zwischen die Modelle Neon und 300M positioniert wird. Als weitere wichtige Neuheit präsentierte man den Jeep Cherokee, der optisch dem kleineren Wrangler näher gekommen ist.

Weltpremiere feierte bei Fiat der Stilo, der ab Oktober 2001 die Zwillinge Bravo und Brava ersetzen wird und mit dem die italienische Marke wieder zum führenden Hersteller in der kompakten Mittelklasse werden will. Wie schon bei den Vorgängern gibt es den Stilo in zwei unterschiedlichen Karosserievarianten, die mit dem dynamischen 3-türer sportlich ambitionierte Fahrer und mit dem etwas höheren 5-türer traditionelle Kunden ansprechen sollen.

Nachdem der neue Mondeo bereits vergangenen Herbst in Paris vorgestellt wurde dominierten bei Ford dieses Jahr die sportlichen Modelle Mondeo ST Concept und Focus RS, der vom Ford World Rallye Championship Car inspiriert wurde. Beiden gemein ist die Leistung von 162 kW (220 PS), beim Mondeo resultierend aus einem 2.5 Liter V6, beim Focus aus einem 2.0 Liter Vierzylinder mit Abgas-Turbolader und Ladeluftkühler.

Bei General Motors konzentrierte sich alles auf die Studie Cadillac Vizón und auf den komplett neu entwickelten Chevrolet TrailBlazer, der im Herbst 2001 nach Europa kommen wird.

Hyundai setzte seine Tradition der aufsehenerregenden Studien mit dem Kürzel HCD fort und zeigte seine Vision eines futuristischen Roadsters. Leider dementierte der koreanische Hersteller auch sogleich eine etwaige Serienfertigung.

Eine weitere Roadster Studie gab es bei Italdesign, der Firma von Stardesigner Giorgetto Giugiaro, zu bestaunen. Auf Basis des Aston Martin DB7 entstand der Spider Twenty Twenty mit sichtbarer Aluminium-Struktur.

Weltpremiere feierte der neue Jaguar X-Type, der ausschließlich mit V6-Motoren und permanenten Allradantrieb ab Juni 2001 in den Verkauf geht und den Marktanteil der britischen Traditionsmarke erheblich vergrößern soll. Die Preise für den 2.5 Liter (144 kW/196 PS) beginnen bei attraktiven 59.500 DM mit kompletter Serienausstattung. Damit bietet der Hersteller exklusiver Automobile ein komplettes Produktportfolio mit 3 Limousinen und einer Coupé/Cabrio Baureihe an. Ab 2003 soll noch der kleine Roadster F-Type folgen.

Mit innovativen Designelementen tritt der Lancia Thesis auf, der den glücklosen Kappa ersetzt und ab Herbst 2001 den Markt bereichern wird. Wer möchte da noch behaupten, das sich die Autos immer ähnlicher werden?

Der luxuriöse Toyota-Ableger Lexus kam gleich mit drei Neuheiten in die Schweiz und präsentierte die starke IS300 Limousine mit 154 kW (210 PS), den variablen IS 300 SportCross und das bildschöne Cabrio-Coupé SC 430 mit 4.3 Liter-V8-Motor und elektrisch versenkbarem Leichtmetalldach. Per Knopfdruck wandelt sich das Coupé in 25 Sekunden zum eleganten Cabriolet, eine computergesteuerte Fünfstufen-Automatik, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und die verwindungssteife Karosseriestruktur versprechen Fahrspaß auf Topniveau. Die jeweils positiven Eigenschaften eines Coupés und eines Kombis vereint der SportCross, der damit beweist, das Sportlichkeit eine praktische Vielseitigkeit nicht unbedingt ausschließt.

Bei Mercedes-Benz standen die neuen C-Klasse Derivate Sportcoupé, T-Modell und C32 AMG im Mittelpunkt sowie die überarbeitete A-Klasse, die es jetzt auch in einer Langversion gibt.

Die aus der Rover Group hervorgegangene Marke MG Rover befindet sich zur Zeit im Umbruch und konnte gleich mit einer ganzen Flut an Neuheiten aufwarten. So zeigten die Briten die von den Händlern sehnsüchtig erwartete Kombilimousine 75 Tourer und gleich 3 neue MG-Limousinen auf Basis der Rover-Modelle 25, 45 und 75 mit einem Leistungsspektrum von 160 PS bis 365 PS.

Auf reges Interesse stieß die Studie Nissan Chappo, was bei seinem ungewöhnlichen Äußeren allerdings kein Wunder ist. Man könnte auch sagen ein Schuhkarton auf Räder, der es allerdings in sich hat. Die innovative Innenraumgestaltung mit großzügigen Platz- verhältnissen erinnert an ein Wohnzimmer und lassen weder Internetzugang, DVD-Player und Videospiele missen. Europapremiere hatte das in Detroit bereits gezeigte Z Concept, auf den die Fans aber noch rund zwei Jahre warten werden müssen.

Emotions and Feelings waren die Schlagworte bei Opel, wo man gleich 3 Sympathieträger aufs Parkett lies. Zum einen das neue Astra Cabrio mit serienmäßigem elektrischen Verdeck und Motoren von 74 kW (100 PS) bis 108 kW (147 PS). Dann der Speedster, der bei ausgewählten Händlern zum Preis von knapp 60.000 DM in einer limitierten Auflage von 9.999 Exemplaren zu ordern ist. Als Eyecatcher hatte man noch die Studie Astra Coupé OPC X-Treme mit Flügeltüren und 4.0-Liter V8-Motor mitgebracht. Der 326 kW (444 PS) starke Bolide basiert auf reinrassiger DTM-Technik und erreicht eine Topspeed von über 300 km/h. Zu kaufen wird diese aufregende Studie allerdings nicht sein.

Marktanteile erobern möchte Peugeot mit dem neuen 307, der seine Weltpremiere feierte und den erfolgreichen Vorgänger 306 ablöst. Sein Design wirkt harmonisch und modern und fügt sich nahtlos in die Modellfamilie ein. Auch ihn gibt es wieder als drei- und fünftürige Variante. Mit der Studie 307 Caméléo wurde eine Kreuzung aus Minivan und Pickup geschaffen, bei der Fun und Freizeitwert an erster Stelle stehen.

Den Extremsportwagen 911 GT2 stellte Porsche vor und verknüpfte die außerordentliche Sportlichkeit des GT3 mit der hohen Leistungsfähigkeit des Turbo. Seine Fahrleistungen und technische Daten überragen alles andere: 4,1 Sekunden für den Sprint von Null auf 100 km/h, 315 km/h Höchstgeschwindigkeit, 340 kW (462 PS), 620 Nm max. Drehmoment.

Renault bietet mit der außergewöhnlich gestylten Oberklasse-Limousine Vel Satis eine eigenständige Alternative zur klassischen Stufenhecklimousine und folgt damit der Design-Trendwende, die mit dem neuartigen Van-Coupé Avantime begonnen wurde. Die betont hohe Karosserie (1,58 Meter) erleichtert das Ein- und Aussteigen und bietet rund 13 cm mehr Dachhöhe und 10 cm mehr Sitzhöhe als üblich. Zahlreiche Features wie Keyless Drive, Abstandsradar, automatisch einschaltende Scheinwerfer etc. erhöhen das Fahrvergnügen.

Eine der innovativsten Studien des diesjährigen Salons, der einsitzige Advantige R, kam vom Schweizer Tuner Rinspeed. Mit einer Höhe von nur 97 cm ist es das flachste Automobil der Welt und der erste Sportwagen, der mit Energie aus Bioabfällen fährt. Der Clou ist das mittig und zentral angeordnete dynamische Cockpit, das sich wie beim Motorradfahren in die Kurve legt, während sich der Rest des Fahrzeuges nach außen neigt.

Blitzen Wagon 4WD heißt der neue Allradkombi von Subaru, der eigentlich ein reinrassiger Sportwagen ist. Sein 2-Liter-Biturbo-Boxermotor leistet 191 kW (260 PS) und 319 Nm Drehmoment und sorgt für überragende Fahrleistungen.

Der aus Indien stammende Hersteller Tata versucht auf den europäischen Automobilmärkten Fuß zu fassen und präsentierte hierzu den Kleinwagen Indicar und den Geländewagen Safari. Größere Aufmerksamkeit erfuhr allerdings die Coupé-Studie Aria, von der eine Serienfertigung bis auf weiteres aber nicht zu erwarten ist.

Im lukrativen Van-Segment möchte Toyota zukünftig eine größere Rolle spielen und zeigte den Avensis Verso. Neben dem erst kürzlich erneuerten Previa und dem Yaris Verso ist der Avensis bereits das dritte MPV-Modell der Marke, weitere Verso-Ableger sind geplant. Verkaufstart ist im August 2001.

Für Aufsteiger und Umsteiger bringt VW eine neue Alternative ins Feld, der Passat W8 mit Vierliter- Achtzylinder und 202 kW (275 PS) für knapp 80.000 DM (Variant: 81.850 DM). Der völlig neukonstruierte Motor liefert ein Drehmoment von 370 Nm und läuft 250 km/h Spitze. Neben einer kompletten Serienausstattung gehört der Allradantrieb 4MOTION zum Serienumfang. (dio)

Aston Martin Vanquish

Aston Martin Vanquish

BMW 3er Compact

BMW 3er Compact

Chrysler Sebring Cabriolet

Chrysler Sebring Cabriolet

Chrysler Voyager

Chrysler Voyager

Fiat Stilo

Fiat Stilo

Italdesign

Italdesign

Jaguar X-Type

Jaguar X-Type

Jeep Cherokee

Jeep Cherokee

Lancia Thesis

Lancia Thesis

Lexus SC430

Lexus SC430

MG-Rover 75 Tourer

MG-Rover 75 Tourer

Nissan Chappo

Nissan Chappo

Opel Astra Cabriolet

Opel Astra Cabriolet

Peugeot 307

Peugeot 307

Porsche 911 GT2

Porsche 911 GT2

Renault Vel Satis

Renault Vel Satis

Rinspeed

Rinspeed

Subaru Legacy Blitzen Wagon

Subaru Legacy Blitzen Wagon

Tata Aria Coupé

Tata Aria Coupé

Toyota Avensis Verso

Toyota Avensis Verso

VW Passat W8

VW Passat W8

Fotos: www.salon-auto.ch


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