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GM Hy-Wire

Der GM Hy-Wire kombiniert erstmals Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb und By-wire-Technologie. Im Unterschied zur visionären Studie Autonomy, die Anfang des Jahres in Detroit der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ist der Hy-Wire ein reeller, fahrbarer Prototyp, mit dem die Funktionstüchtigkeit des Konzeptes unter Beweis und Vertrauen in die neue Technologie gestellt werden soll. Ehrgeiziges Ziel ist es, mit überzeugenden und erschwinglichen Brennstoffzellen-Fahrzeugen am Ende des Jahrzehnts auf der Straße zu sein. Alle Antriebs- und Kontrollsysteme des Fahrzeugs befinden sich in einem 279 Millimeter dicken Skateboard-artigen Chassis. Das maximiert den Innenraum für fünf Personen und ihr Gepäck.

Es gibt keinen Motor, über den man hinweg schauen müsste, und es sind keine Pedale zu bedienen – nur eine Steuer- und Kontrolleinheit namens "X-drive", die leicht auf die linke oder rechte Fahrerposition gebracht werden kann. Durch die Kombination von Brennstoffzelle und By-wire-Technologie konnte ein neuartiges Packaging realisiert werden, wodurch eine neue Welt von Chassis-Architekturen und maßgeschneiderter individueller Karosserien eröffnet werden. Das Design baut darauf auf, dass es keinen Motorraum mehr gibt, das Fahrzeug ist von vorne bis hinten sehr offen. Die Front- und Heckabschlüsse sind aus transparentem Glas gefertigt, Betrachter können so von vorn bis hinten durch das Auto schauen. Die freizügige Verwendung von Glas und das Fehlen einer Motorhaube verschaffen dem Fahrer außerdem eine bessere optische Kontrolle der Straße. Um diesen Effekt zu verstärken, sind sogar die Sitzrücken offen. Es gibt keinen Steg, die sogenannte B-Säule, zwischen vorderen und hinteren Türen.

Möglich wurde dies alles durch die neuartige By-wire-Technologie, die eine elektrische statt mechanische Kontrolle von Lenkung, Bremsen und anderen Fahrzeugsystemen realisiert und so dem Fahrer größere Freiheit verschafft. Er hat nun die Möglichkeit, entweder mit der linken oder der rechten Hand zu bremsen und zu beschleunigen. Der Fahrer beschleunigt, in dem er den linken oder rechten Handgriff leicht dreht, und bremst, in dem er die Hebel an den Handgriffen zusammendrückt. Die Handgriffe gleiten zum Lenken auf und nieder. Die X-Drive-Einheit, die außerdem einen Monitor für die wichtigsten Fahrzeugfunktionen umfasst, lässt sich auf einem horizontalen Träger quer durch das ganze Fahrzeug leicht von einer Seite zur anderen verschieben. Das ist ein weiteres Beispiel für die extreme Flexibilität der Fahrzeugarchitektur.

Ein einzelner Verbindungsstecker sorgt für den Kontakt zwischen dem Chassis aus Aluminium und der Fiberglas-Karosserie. Die mechanische Verbindung übernehmen zehn Karosserie-Aufnahmepunkte. Die Brennstoffzelle, die eine Dauerleistung von 94 kW/128 PS erzeugt, ist im Heck des Chassis installiert. Der größte Teil des Chassis ist 279 Millimeter dick, an den Rändern verschlankt es sich auf 177 Millimeter. Der elektrische Motor treibt die Vorderräder an und ist quer zwischen ihnen eingebaut. Drei zylindrische Tanks, in denen der Kraftstoff Wasserstoff bei einem Druck von 350 bar gespeichert wird, sind zentral im Chassis untergebracht. Der Hy-wire wiegt 1.900 Kilogramm und hat 20-Zoll-Räder vorn und 22-Zoll-Räder hinten. Die Unterbringung aller technischen Elemente im Chassis sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt, und gibt der Studie ein hohes Sicherheits- und Fahrdynamikpotenzial. Anforderungen an die passive Sicherheit sollen in einer späteren Entwicklungsphase durch Prallelemente, so genannte Crash-Boxen, erfüllt werden. (dio)

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