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Athleten auf Rädern

Jaguar Studie C-XF

Die auf der North American International Auto Show in Detroit (13. – 21. Januar 2007) gezeigte Studie C-XF läutet den Beginn einer neuen Ära bei Jaguar ein. Die viertürige Limousine präsentiert sich als eindrucksvolle Mischung aus puristischem Design und unmißverständlicher Dynamik. Damit gibt sie zugleich die Design-Richtung für künftige Sportlimousinen aus dem Hause Jaguar vor.


"Der C-XF und die durch ihn inspirierten Limousinen-Baureihen zeigen die neue Designrichtung von Jaguar", betont Bibiana Boerio, Managing Director von Jaguar Cars. "Bei der Präsentation des Jaguar XK kündigten wir eine produktbezogene Neuausrichtung unseres Unternehmens an. Wir haben versprochen, daß die zukünftigen Jaguar Modelle aufregend, luxuriös und schnell sein werden. Mit dem neuen XK lösten wir dieses Versprechen ein, und der C-XF stellt jetzt unter Beweis, daß diese Attribute auch in einer Limousine umzusetzen sind."

In der Tat ist die Studie ein klares Bekenntnis zu designerischer Klarheit und Effizienz. Der Eindruck latent schlummernder Kraft läßt den Wagen selbst im Stillstand dynamisch und wie "auf dem Sprung" erscheinen. "Durch die gesamte Firmengeschichte hindurch hat es Jaguar immer wieder verstanden, besonders aufregende Sportlimousinen auf die Straße zu bringen. Der neue C-XF soll an diese Tradition nahtlos anknüpfen", sagt Design Director Ian Callum. "Die Jaguar-spezifische Ästhetik erreicht er durch Werte wie Klarheit, Dynamik, latente Kraft, Harmonie und Modernität."

Um dem C-XF trotz Limousinen-Architektur das von einem Jaguar erwartete sportliche Profil zu geben, bedurfte es höchster Designeffizienz. Folge: Die gesamte Außenhaut mußte so eng wie möglich an der Karosserie anliegen. Heraus gekommen ist laut Ian Callum "die absolute Definition eines Athleten auf Rädern", eine leistungsorientierte Sportlimousine, die dennoch praktisch ist und vier Personen äußerst komfortabel an ihr Reiseziel bringt.

"Ein Jaguar sollte als ‚cooles‘ Auto gelten", fordert Callum. "denn coole Autos ziehen interessante, ‚kantige‘ Typen an. Die nächste Jaguar-Generation will genau das bewirken."

Kühn und aggressiv sorgt der schwarz verchromte Kühlergrill im Bug des C-XF für eine klare Ansprache. Anstatt bündig mit der Oberfläche abzuschließen, sitzt er zurückversetzt in einer tiefen Aussparung. Der so entstandene optische Eindruck ähnelt dem Einlaß eines Jet-Triebwerks und gibt zugleich den Hinweis, daß sich hinter dem großen Kühlermaul ein kraftvoller V8-Kompressor mit 4,2 Litern Hubraum verbirgt.

"Ein Jaguar braucht einen ausdrucksstarken Grill, ein Gesicht", betont Ian Callum. "So reicht ein Blick in den Rückspiegel, um den ‚Klassiker‘ sofort zu identifizieren. Ein geballtes Paket, das alle Kraft in Richtung Hinterräder leitet. Der C-XF ist das perfekte Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung dieses Gedankens."

Neue Wege gingen die Jaguar-Designer auch beim Design der Scheinwerfer. Anstelle des für die aktuellen Limousinen bindenden "Vieraugen"-Themas wählten sie einteilige, keilförmige und eckig geformte Einheiten. Ein zwischen den einzelnen Birnen gespannter blauer Lichtstreifen läßt an die Pupillen einer Katze denken. Unterhalb der Linsen ist im Stil einer Tätowierung ein springender Jaguar in vereinfachter Form dargestellt. Das Motiv wird auf den Einstiegsleisten der Türen und im Profil der Pirelli-Reifen, mit denen die 21 Zoll großen Hochglanz-Aluminiumräder bestückt sind, wiederholt.

Die Haupt-Charakterlinie des Jaguar C-XF zieht von vorn nach hinten. Sie erzeugt eine ununterbrochene Schulter, die unterhalb der Seitenfenster entlang führt und in einem markanten Muskel über dem Hinterrad ausläuft. Es ist diese moderne Interpretation eines bei historischen Jaguar-Sportlimousinen gern genutzten Elements, das dem C-XF das latente Gefühl von Spannung verleiht. Eine ähnlich schlichte Linienführung findet sich auch am XK – und wird daher auch in der nächsten Jaguar-Generation stilbildend bleiben.

Am Heck des C-XF geht die stark akzentuierte Schulter von der C-Säule in ein gedrungenes und betont verjüngendes Heck über. Auch hier haben die Designer traditionelle Jaguar-Stilelemente auf sehr moderne Weise neu interpretiert. Direkt von hinten betrachtet, wirkt der C-XF sehr breit und kräftig, was durch einen Diffusor noch verstärkt wird.

Chefdesigner Ian Callum beschreibt das Cockpit des C-XF als "eines der aufregendsten Interieurs, die je bei Jaguar entstanden sind." Und tatsächlich genügt schon ein kurzer Blick in den Innenraum des Viersitzers, um zu verstehen, was der Schotte damit meint.
Die Betonung liegt auf maßgeschneiderter Qualität anstelle von üppigem Luxus. Das wird besonders an den gewichtsoptimierten, skulpturartig geformten Schalensitzen deutlich. Die mit Semi-Anilin-Leder (speziell gefärbtes Leder mit gleichmäßiger Farbwiedergabe bei unverändert weicher Oberfläche) bezogenen Sitze wirken sehr sportlich, bieten aber dank ihres großzügig gepolsterten Lendenwirbelbereichs und spezieller Belüftungskanäle sehr guten Komfort. Auch die hinteren Passagiere nehmen in Einzel-Sitzschalen Platz.

Das "Ton-in-Ton"-Thema des Exterieurs wird mit einer spannenden Mischung aus ungewöhnlichen Materialien, grafischen Elementen und innovativen Technologien auch innen fortgesetzt. Hauptaugenmerk ist hier das aus gebürstetem Aluminium gefertigte Armaturenbrett, das sich mit einer linearen Grafik rund um die Kabine zieht und so Geschwindigkeit suggeriert. Als Gegengewicht zum kühlen Aluminium fungieren Dekors in Holz und Leder. Was auf den ersten Blick wie ein schlichter schwarzer Innenraum wirkt, ist in der Realität ein äußerst moderner und ausgeklügelter Material-Mix. Dazu zählen ein besonderes Leder mit Kohlefaserartiger Musterung und das für die Sitze verwendete, luxuriöse Semi-Anilin-Leder. Teile der Türinnenverkleidungen und des Mitteltunnels sind mit geflammten Pappelholzfurnier verkleidet, um so einen besonders schönen Glanz zu erzeugen.

"Der C-XF zeigt innovative Technologien, die zum Teil schon in der nächsten Generation von Jaguar-Modellen zum Einsatz kommen werden", kündigt Ian Callum an. Das vielleicht theatralischste Feature, auf das sich Callum bezieht, ist der Anlassvorgang des Motors. Er beginnt mit dem auf dem Mitteltunnel plazierten roten Starterknopf, der im Rhythmus des Jaguar-"Herzschlags" pulsiert. Beim Druck auf die Taste weichen konzentrisch geformte Aluminium-Ringe nach unten und zur Seite und geben so den Wählhebel des Sechsstufen-Automatikgetriebes frei. Seine runde Form schmiegt sich harmonisch an die Innenseite der Hand an. Springt der Motor an, beginnt eine kleine Light-Show: Ein blauer Lichtring dringt aus der Mitte der Instrumententafel und dehnt sich über den gesamten Innenraum bis zu den Rücksitzen aus. Zusätzlich taucht eine im Dachhimmel integrierte elektro-lumineszente Konsole den Fahrgastraum in ein gedämpftes blaues Licht. Auch von außen wird der Startvorgang signalisiert – durch das Aufflammen eines blauen Lichts aus dem Bereich des Kühlergrills.

"Wir möchten, daß sich ein Jaguar beim Starten anfühlt, als würde er zum Leben erweckt", sagt Innenraumdesigner Whelan. "In der Startsequenz haben wir diesen Eindruck durch eine Kombination aus Bewegung und Licht erzeugt."

Optisch beim Starten des Motors zum Leben zu erwachen, ist eine Sache; berührungsfreie Bedienlösungen für die Fahrgäste zu entwickeln, noch etwas anderes. Im C-XF betritt Jaguar in dieser Hinsicht neue Wege. Die neue Prototypen-Technologie JaguarSense arbeitet mit vier unsichtbar in den Türen versteckten Sensoren, die bereits reagieren, wenn eine Hand über sie streicht. Dann fahren zuvor verdeckte Türgriffe aus – und sind einsatzfähig.

Ein fünfter Sensor befindet sich im Armaturenbrett und reagiert auf eine sich nähernde Hand mit der Freigabe eines Infotainment-Monitors, der bündig in der vorderen Aluminiumverkleidung sitzt. Als nächstes dreht sich der mittlere Teil des Instrumentenbretts um 90 Grad und gibt einen so genannten Dual View-Monitor frei, der verschiedene Darstellungen für Fahrer und Beifahrer anzeigt. So kann zum Beispiel der Beifahrer einen DVD-Film sehen, während der Pilot den Befehlen des Navigationssystems folgt. Ebenfalls in die drehbare Verkleidung integriert sind Lüfterdüsen, die wie der Monitor so lange unsichtbar bleiben, bis der Fahrer sie anfordert.

Beim Blick unter die Motorhaube wird sofort deutlich, daß auch hier ein technisches Meisterstück am Werke ist: Jener 4,2-Liter-V8, der mit Kompressor-Unterstützung auch schon im Jaguar XKR für mächtig Schub sorgt. Dieses bewährte Antriebsaggregat leistet im C-XF rund 420 PS und schöpft – aus bemerkenswert niedrigen Drehzahlen – bis zu 500 Nm an Drehmoment. Über die Sechsstufen-Automatik mit am Lenkrad montierten Schaltwippen gelangt die Kraft an die Hinterräder.

Auch bei der elektrischen Architektur setzt Jaguar auf extrem innovative Zukunftstechnik. Als absolute Weltpremiere kommt im C-XF ein Bordnetz aus Kohlefaser zum Einsatz. Der von Beru F1 Systems in England entworfene und hergestellte Kabelbaum im Spinnennetzformat ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch noch extrem funktional. "Der neue Kabelbaum ist der Traum eines jeden Designers", schwärmt Julian Thompson. "Wir dachten erst, mit dem Kabelgestrüpp im Motorraum auf lange Zeit leben zu müssen. Jetzt ist jedes Kabel Teil eines optisch sehr ansprechenden Kabelbaumes, der aussieht, als würde er den Motor buchstäblich festschnallen und die ganze Kraft zusammenhalten." (dio)

Jaguar C-XF

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