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Die Hybrid Trilogie – Teil 3

Lexus LS600h

Nicht immer müssen Fortsetzungen schlecht sein! Ca 2,5 Jahre nachdem der erste Serienhybrid von Lexus (RX400h) in den Verkauf ging, kommt nun mit dem Spitzenmodell LS 600h der bereits dritte Vollhybrid auf den Markt, diesmal im Luxus-Limousinen Segment.

Der LS 600h ist der erste Vollhybrid auf V8-Basis („..mit dem Verbrauch eines V6“) und dies wird durch den neuen, technisch sehr anspruchsvollen 5,0-Liter V8-Benzinmotor, einen kraftvollen, leistungsstarken Elektromotor, eine neu entwickelte Hochleistungsbatterie sowie eine elektronisch gesteuerte stufenlose Getriebeautomatik und permanenten Allradantrieb erreicht.
Der auf 394 PS upgegradete Motor des LS 460 kombiniert je nach Lastbereich direkte Benzineinspritzung und Saugrohreinspritzung. Die Typenbezeichnung 600 gaukelt zwar sechs Liter Hubraum vor, tatsächlich sind es aber "nur" knapp fünftausend Kubikzentimeter. Rechnet man den Elektromotor mit seinen 225 PS / 165 kW dazu so kommt man auf stattliche 445 PS Systemleistung. Außergewöhnlich geringe Schadstoffemissionen und eine CO2 Emission von 219 g/km sowie ein durchdachtes Recyclingkonzept zeigen den fortgeschrittenen Umweltgedanken von
Lexus.

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Sicherlich ein Sahnestück ist das stufenlose Automatikgetriebe mit dazugehöriger Elektrik. Die kaum spürbaren Schaltübergänge sind Zeugnis des perfekten Zusammenspiels aller Komponenten und geben der Limousine Klasse. Passend dazu der ausgereifte Schallschutz: die Innenraumgeräusche mit 28 db (A) oder in der Stadt mit 53 db (A) drücken Ruhe und Souveränität aus. Schafft man es nur mit dem Elektromotor zu rollen, (bis ca 45 km/h) hört man Fliegen husten und Stille kehrt ein bei Lexus. Drückt man stärker aufs Gas schaltet sich wie gewohnt der Elektromotor ruckelfrei zu, so dass der LS Fahrt aufnehmen kann. So erreicht der fast 2,4 Tonnen schwere und etwa 100.000 Euro teure Lexus einen Durchschnittsverbrauch von 9,3 l/100 km. Recht viel im Vergleich mit einem Kleinwagen, recht wenig verglichen mit ähnlichen Modellen. Achtet man nicht auf den Verbrauch, so kann man die Luxuslimousine mit abgeregelten 250 km/h über die Autobahn bzw. in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 jagen.

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Aber der LS ist nicht zum Jagen gedacht sondern eher zum komfortablen und sicheren fortbewegen. Maßgeblichen Anteil hat hier sicherlich das so genannte Advanced Pre-Crash Safety System (Aufpreis 2600 Euro). Es erkennt Passanten und Objekte im Fahrzeugumfeld und überwacht die Blickrichtung des Fahrers. Sollte dieser in einer Gefahrensituation in die falsche Richtung schauen, so erfolgt eine akustische und optische Warnung und in der nächsten Stufe zieht das System automatisch die Notbremse. Das System legt blitzschnell Lenkung, Dämpfer und Stabilisatoren beim Umfahren eines Hindernis auf der Straße so aus, dass der LS bei einem Ausweichmanöver optimal auf der Straße liegt.
Radarsensoren im Heckbereich sorgen dafür, dass die Insassen auch bei einem Heckaufprall bestmöglich geschützt sind. Droht ein Auffahrunfall, werden die Gurte gestrafft und die Positionen der Kopfstützen geändert.
Komfortabel kommt auch die Innenausstattung daher: Edelholz, Leder und ein zehnfach verstellbarer Fahrersitz gehören ebenso zur Serienausstattung wie ein High-End-Audiosystem von Mark Levinson mit 19 Lautsprechern. Ein DVD-System mit 9-Zoll-LCD-Monitor kann zusätzlich in den Dachhimmel integriert werden – es mangelt an nichts. Doch wer immer noch nicht genug Luxus im Lexus hat, der kann sich die Wellness-Line dazu bestellen. In der langen Ausführung wird die großzügig bemessene Beinfreiheit um stolze 12 cm vergrößert. Weitere Sicherheitsausstattung, Komfortoptionen und Fahrerassistenzsysteme und deren Handhabung sind der über 700 Seiten starken Bedienungsanleitung zu entnehmen.

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Weniger komfortabel sind die 325 Liter Kofferraumvolumen. Wie schon bei seinen Hybrid-Brüdern ist Stauraum nicht eben die Stärke des Lexus. Obwohl im Zuge der Weiterentwicklung die Ingenieure die Batterien verkleinert haben, so musste doch wieder Kofferraumvolumen weichen. Platz ist trotzdem, aber vergleichbar mit einem VW Golf.
Eine dreijährige Vollgarantie auf das Neufahrzeug bis zu einer maximalen Laufleistung von 100.000 Kilometern und die hochwertige Lackierung verstehen sich bei Lexus von selbst. Der LS 600h ist zudem ausgesprochen wartungsarm und wird nur alle 30.000 Kilometer bzw. spätestens alle zwei Jahre in eines der Lexus-Care Servicezentren gerufen. Auf alle Komponenten des Hybridantriebs gewährt Lexus, wie bisher, immer fünf Jahre Vollgarantie.

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Ob der Vollhybrid DER Zukunftsantrieb sein wird, bleibt abzuwarten. Rund 20 Prozent soll die Vollhybrid-Technik zumindest den Kraftstoffverbrauch des Verbrennungsmotors reduzieren. Wohl liegt das Hauptsparpotenzial im Stadtverkehr, doch auch mit dem LS lässt es sich sparen, gerade im Vergleich zur Konkurrenz. Und Lexus bietet als einziger Hersteller von Luxusfahrzeugen bereits heute eine umfassende Palette von Hybridmodellen an und hat somit sein Versprechen bei der Markteinführung des RX eingehalten.
Ein Dieselhybrid scheint hingegen ebenso wie der Li-Ionen Akku noch in weiter Ferne. Der Dieselhybrid kämpft mit Gewichts- und Kostenproblemen. Lexus arbeitet aber an beiden Weiterführungen.
Der Lexus LS 600h unterstreicht mit seiner äußeren Schlichtheit und Eleganz in Kombination mit einer umfangreichen Sicherheits- und Serienausstattung, dass Limousinen ohne Effekthascherei begeistern können und Zukunftstechnologie auch seinen Platz bei den Luxuslimousinen finden können. (tor)

Fotos: Tobias Reinhard & Lexus


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