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Für Acker und Laufsteg

Seit Herbst 2001 behauptet sich die 5-türige Langversion des kleinen Geländewagens Mitsubishi Pajero Pinin erfolgreich bei den Händlern. Jetzt kommt er als attraktives Sondermodell Motion Plus daher, um Ausstattungs-Luxus und Offroad-Qualitäten zu einem gekonnten Paket zu vereinen. www.automobilrevue.de fühlte dem kleinen Bruder des
Pajero in einem ausführlichen Test auf den Zahn.

Da steht er nun, der kleine Pajero Pinin, auf dem Parkplatz von
Mitsubishi Deutschland in Trebur und wirkt zwischen all den großen renommierten Pajero-Geländewagen fast ein wenig verloren. Aber gerade im direkten Vergleich zu seinem großen Bruder ist die Ähnlichkeit nicht zu verleugnen, auch wenn sich für das Design die italienische Edel-Schmiede Pininfarina verantwortlich zeigt. Die Front- und Seitenlinie lassen ihn unschwer als Pajero erkennen, nur eine Nummer kleiner. Dabei wirkt die geradlinige Karosserie ohne modische Schnörkel harmonisch ausgewogen und fast könnte man meinen, der Pajero Pinin wäre noch nicht ganz ausgewachsen.
Aber der Eindruck täuscht, denn unter dem Blechkleid verbirgt sich ein reinrassiger, kompakter Geländewagen, der auch hier viel von seinem großen Bruder übernommen hat und den Begriff Geländewagen noch zu recht trägt – im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten in diesem Fahrzeugsegment.

Luxus und Gemütlichkeit

Im Innern Platz genommen überrascht als erstes die luxuriöse Ausstattung des Pinin Motion Plus und befriedigt somit auch höhere Ansprüche. Auffallend ist vor allem das Holz-Leder-Lenkrad und die Holzapplikationen in der Mittelkonsole. Dazu passt die schwarze Lederausstattung mit der Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer und lässt somit Gemütlichkeit aufkommen. Gut passen würde hier auch ein Holz-Schaltknauf, aber leider muss sich der Fahrer da mit schnödem Kunststoff begnügen.
Der erste gute Eindruck setzt sich dann auch weiterhin fort. Alle Hebel und Schalter finden sich dort wieder, wo man sie erwartet und stellen den Fahrer vor keinerlei Rätsel. Lediglich die kryptischen Zeichen für die Bedienung des Navigationssystems erfordern einen Blick in die Bedienungsanleitung.
Der große Bildschirm des Bordcomputers in der Mittelkonsole bietet zahlreiche Informationen über Reichweite, Verbrauch, Außentemperatur, ect. Leider lässt er sich nur schwer ablesen, wenn der Dachhimmel unter dem großen Glasschiebe-Hubdach zurückgeschoben ist und die Sonne ungehindert ins Fahrzeuginnere scheint.
Auch fehlen im Innenraum ein paar richtige Getränkehalter, so dass wir in alter Sitte unsere 0,5l-Colaflaschen zwischen den Beinen platzieren mussten, weil sie anders keinen richtigen Halt gefunden hätten.
Die bequemen Sitze erlauben auch unseren großen Testfahrern eine bequeme Sitzposition, allerdings lässt dann der Knieraum für die Passagiere im Heck doch arg zu wünschen übrig und kann eigentlich nur noch für Kurzstrecken zugemutet werden. Aber auch sonst geht es in der zweiten Sitzreihe eher eingeschränkt zu, wenn gleich der 5-Türer schon von Haus aus etwas mehr Platz mitbringt. Wir dürfen nicht vergessen, das es vom Pinin auch eine 3-türige Version gibt.
Pluspunkte gibt es wieder für die abgedunkelten Scheiben ab den Rücksitzen (Privecy Glass genannt), das vor allzu neugierigen Blicken schützt. Apropos Blick: Wer jemals in einem Geländewagen gesessen hat, der kennt den Blick in den Innenrückspiegel und ärgert sich über das Reserverad, das in die Heckscheibe hinein ragt, wenn es ,wie in dieser Klasse üblich, an der Hecktür befestigt ist und die Sicht nach hinten doch sehr einschränkt. Hier haben die Ingenieure von Mitsubishi ganze Arbeit geleistet, denn das Reserverad wurde so tief an der Hecktüre angebracht, das es im Rückspiegel quasi gar nicht mehr auffällt. Dieses Beispiel sollte Schule machen. Trotzdem wirkt das Heck von Außen immer noch geländewagentypisch und das Ersatzradrad ist unter einer schmucken Abdeckung mit Edelstahlring verschwunden.
Gerade die Übersichtlichkeit des Pinin ist auch sein großes Plus. Keine langen Karosserieüberhänge und klare Abgrenzungen stellen den Fahrer (oder die Fahrerin) beim Rangieren oder Einparken vor keine unlösbaren Aufgaben. Dazu tragen natürlich auch die für diese Fahrzeugklasse geradezu luxuriös großen Außenspiegel bei, die sich selbstverständlich elektrisch verstellen lassen.

Agilität auf und abseits der Straße

Los geht unsere Testfahrt über deutsche Autobahnen Richtung Dänemark. Der Vierzylinder mit 2,0 Litern Hubraum verfügt über 95 kW (129 PS) sowie eine moderne Benzin-Direkteinspritzung (GDI) und sorgt für ein flottes Vorankommen auch jenseits der Richtgeschwindigkeit. Dabei bleibt der Motor geräuschemäßig dezent im Hintergrund; bei höheren Geschwindigkeiten überwiegen eher die Windgeräusche. Die GDI-Technik befähigt den Motor im Teillastbereich bei höchstens halb getretenem Gaspedal mit einem sehr mageren Benzin-Luft-Gemisch zu fahren, was dem Fahrer durch eine grüne GDI-ECO-Leuchte im Armaturenbrett angezeigt wird. Leider werden selbst im Schnitt die von Mitsubishi angegeben Verbrauchswerte von 9,9 l nicht annähernd erreicht. Über 11,5 l waren keine Seltenheit und dafür für diese Fahrzeugklasse schlichtweg zuviel. Dazu zwingt der knappe Tankinhalt von 53 Litern oft zu Tankstopps. Erst in Dänemark selbst – bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h auf der Autobahn und 80 km/h auf der Landstraße - gelang es uns, den Verbrauch auf akzeptable Werte um die 9 l zu drücken.
In Nord-Dänemark ergab sich dann auch die Gelegenheit auf den Allradantrieb zurückzugreifen, der sich mittels eines zweiten Schaltknaufs bis maximal 100 km/h während der Fahrt einlegen lässt und im Gegensatz zum reinen Heckantrieb durch eine Viscokupplung die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse je nach Straßenverhältnissen automatisch regelt. In der zweiten Allradstufe wird die Kraft im festen Verhältnis von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse aufgeteilt und bietet sich bei lockerem Untergrund an, während die erste Allradstufe jederzeit auch bei nassen oder verschneiten Straßen sinnvoll ist und die Fahrsicherheit wirkungsvoll erhöht.
Falls dann das Gelände noch kerniger wird oder auch mal wie in unserem Fall eine Düne erklettert werden soll, bietet sich eine echte Geländeuntersetzung an, die leider den heutigen Pseudo-Allradern meistens abhanden gekommen ist. Im Zusammenhang mit gut 20 cm Bodenfreiheit kommt der kleine Pajero damit schon wesentlich weiter als viele seine Mitbewerber.

Ein Keller im Kofferraum

Durch die weit öffnende Hecktür und die niedrige Ladekante steht den Passagieren ein ausreichend großes Gepäckabteil zur Verfügung. Leider geht die Hecktür, wie bei fast allen japanischen Geländewagen, zur Straßenseite auf. 358 Liter fasst der Kofferraum, wenn keine der im Verhältnis 50:50 umklappbaren Rückbank-Lehnen genutzt wird. Klappt man beide Lehnen zurück ergibt sich ein Frachtraum mit den Maßen von 1,20 m x 1,40 m.
Als störend und eigentlich überflüssig hat sich die Gepäckraum-Abdeckung entpuppt. Sie ist meistens nur im Weg und schränkt das Gepäckabteil im Normalfall in der Höhe ein. Zum Glück ist sie mit ein paar leichten Handgriffen entfernbar. Durch die schon erwähnten abgedunkelten Scheiben ist in der Regel sowieso die Sicht auf den Inhalt des Kofferraums erschwert.
Als großes Plus dagegen erwies sich ein Keller im Kofferraum. Unterhalb der Gepäckboden-Abdeckung befindet sich ein weiteres nützliches Staufach, das in verschieden große Segmente unterteilt ist, und so zahlreiche nützliche Kleinteile rutschsicher verstaut. Eine äußerst praktische Lösung, die sich auch in unserem Fall sehr bewährt hat.

Fazit

Alles in allem bietet der Pajero Pinin Motion Plus viel Auto fürs Geld, gerade auch, weil die Ausstattung dieses Sondermodells keinerlei Wünsche übrig lässt und einen Preisvorteil von rund EUR 1300,- gegenüber dem gleichwertig ausgestatteten Serienmodell. Dafür bekommt man einen echten Geländewagen der kleineren Klasse mit einem hochwertigen Allradantrieb, der den Pinin auch bei schwierigem Gelände nicht kapitulieren lässt. Durch sein von Pininfarina edel gestyltes Äußeres kann man sich mit dem Pajero Pinin auch vor der Oper ohne schlechtes Gewissen zeigen. Kritikpunkte wie die mangelnde Beinfreiheit auf der Rückbank oder der unübliche hohe Verbrauch sind nicht von der Hand zu weisen, dürfte aber die von Mitsubishi anvisierte Zielgruppe – in erster Linie jüngere Paare ohne Kinder oder ältere Paare, deren Kinder schon aus dem Haus sind - nicht wirklich abschrecken. Zudem scheinen vor allem Frauen gefallen am Pinin gefunden zu haben, denn laut Mitsubishi sind rund 20% der Käufer weiblichen Geschlechts. Das verwundert nicht wirklich. Machen doch sein extravagantes Design, die hohe Sitzposition und die damit verbundene Übersichtlichkeit, das leichte Manövrieren und die praktischen Kombiqualitäten den Pinin 5-Türer zum automobilen Frauentyp.
(tho)

Technische Daten:

Motorbauart/Zylinderanzahl

4-Zylinder Reihenmotor

Hubraum [cm3]

1.999

Leistung [kw/PS] bei U/min

92/129 bei 5.000

Max. Drehmoment [Nm] bei U/min

190 bei 3.500

Antrieb

Allradantrieb Super Select 4WD, Vorderachse mechanisch abschaltbar

Länge x Breite x Höhe [mm]

4.035 x 1.695 x 1.735

Radstand [mm]

2.450

Leergewicht / Zuladung [kg]

1.565 / 325

Kofferraum [L]

358 - 1158

Tankinhalt [L]

53

Höchstgeschwindigkeit [km/h]

165

Beschleunigung 0 - 100 km/h [s]

12,0

Durchschnittsverbrauch [L/100 km]

10,5 Super 95

Grundpreis [Euro]

25.970


Mitsubishi bei www.automobilrevue.de:

Mitsubishi Eclipse Concept-E

Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Station

Mitsubishi Sport Truck Concep

Weitere Informationen zu Mitsubishi finden Sie unter www.mitsubishi-motors.de

Fotos: Th. Oelschläger

Mitsubishi Pajero Pinin

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