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Normenbrecher
Nissan stößt mit dem neuen Maxima QX ins Regime von Audi, BMW und Mercedes-Benz vor.

Wer von Normen spricht meint zumeist ISO oder DIN. Doch für Käufer von Fahrzeugen der oberen Mittelklasse gibt es noch eine dritte Norm und die besagt, das in dieser Premium-Kategorie ausschließlich Modelle aus Ingolstadt, München oder Stuttgart beim Nachbarn legitimiert sind. Doch wer die Courage besitzt um über den eigenen Tellerrand hinweg zublicken dem eröffnen sich noch zahlreiche andere Alternativen. Eine davon ist der neue
Nissan Maxima QX, mit dem das Team von www.automobilrevue.de Erfahrungen gesammelt hat.

Seine triviale Bezeichnung Maxima mag vielleicht ein wenig banal klingen, doch nichts charakterisiert die 4,92 Meter lange Limousine mehr als ihr Name: Maximal sein Anspruch, der übermächtigen Konkurrenz aus Deutschland Marktanteile abzunehmen; maximal sein exzellentes Preis-/Leistungs- Verhältnis; maximal sein Ausstattungsumfang; maximal sein Raumangebot und maximal seine Motorleistung. Das wissen auch rund 30.000 deutsche Normenbrecher, die den Nissan seit Einführung der Modellreihe im Jahr 1989 gekauft haben. Die im Schnitt 40 bis 55-jährigen schätzen seine rationalen Qualitäten und legen weniger Wert auf Image und Prestige. Seine Stärken liegen in den inneren Werten und die galt es herauszufinden.

Als außerordentlich komfortable Reiselimousine hat sich der Nissan Maxima bei der Redaktion von Anfang an beliebt gemacht und wurde gerne auf längeren Strecken eingesetzt. Sein 3.0-Liter V6 ist mit 147 kW (200 PS) nicht gerade untermotorisiert und sorgt für zügiges Vorankommen. Das Vierventil-Leichtmetall- Aggregat läuft seidenweich und überzeugt durch harmonische und souveräne Kraftentfaltung mit einem Drehmoment von 271 Nm bei 3.600 U/min.

Bei der gegen 1.550 € (3.031 DM) Aufpreis erhältlichen Vierstufen- Automatik stehen drei Schaltprogramme zur Wahl, bei der zwischen "normal-", sport- und Winterstellung gewählt werden kann. Quietschende Reifen gehörten dabei beim Anfahren zur Gewohnheit und sorgten so manches mal für peinliche Situationen. Dabei hat der Maxima-Fahrer Kavalierstarts gar nicht nötig, doch der Frontantrieb ist mit der hohen Leistung des knapp 1,6 Tonnen schweren Wagens ein wenig überfordert. Wer es dennoch wissen will beschleunigt in 9,6 Sekunden von 0 – 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h. Der durchschnittliche Verbrauch von 11,8 Liter Super auf 100 km ist dabei in Anbetracht der Fahrleistungen gerechtfertigt.

Das Fahrwerk bügelt Unebenheiten sorgfältig aus und ermöglicht komfortables Reisen, in schnellen Autobahnkurven wird das Fahrzeug jedoch unruhig und der Fahrer hat alle Hände voll zu tun, um es in der Spur zu halten. Die schwammige Servolenkung trägt auch nicht zur Verbesserung des Handlings bei und ermahnt den Fahrer zu gemächlicherer Fahrweise. Audi hat mit dem erst kürzlich überarbeiteten A6 gezeigt, wie man’s besser machen kann und legt in dieser Disziplin die Meßlatte sehr hoch an.

Schwer zu Toppen ist dagegen der üppige Ausstattungsumfang in der von uns gefahrenen Version "Elegance". Neben den Standard-Features in dieser Klasse sind bereits Xenon- Scheinwerfer, Nebellampen, Tempomat, Klimaautomatik, Radio mit CD-Wechsler sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder serienmäßig mit an Bord. Bis auf die fehlenden Kopfairbags ist auch die Sicherheitsausstattung mit ABS, Bremsassistent, 2 Front- und 2 Seitenairbags sowie aktiven Kopfstützen komplett. Die scharf hochfahrenden Seitenscheiben ohne Einklemmschutz fielen jedoch negativ auf.

Großzügig bemessen ist auch das Platzangebot vorne und hinten. Die bequemen Sitze bieten guten Seitenhalt und die Fondpassagiere genießen ordentlichen Knieraum und ausreichend Kopffreiheit. Und auch das Kofferraumvolumen steht mit 520 Litern einer längeren Urlaubsreise nicht im Wege.

Als unaufdringlich und eher etwas konservativ empfanden wir den Auftritt des großen Nissans. Die klare und schlichte Linienführung kommt ohne viel Schnickschnack und Extravaganzen aus und überzeugte im Stadtverkehr durch die vorbildliche Übersichtlichkeit.

Mit einem Grundpreis von 31.490 € (61.589 DM) für die 147 kW (200 PS) Version stellt der Nissan Maxima ein attraktives Angebot dar. Als preisgünstige Alternative bietet sich der Zweiliter mit 103 kW (140 PS), der ab 24.990 € (48.876 DM) zu haben ist. Die für den deutschen Markt bestimmten 2.000 Exemplare dürften daher ohne Schwierigkeiten abzusetzen sein und ihre zufriedenen Käufer finden. (dio)

Maxima QX

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