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Leichtathlet
Seat Ibiza FR 1.9 TDI

Mit dem Ibiza fing 1984 die Erfolgsgeschichte der spanischen Marke Seat an, die 1986 vom Volkswagen-Konzern gekauft wurde. Baute man bis dato ausschließlich Lizenz-Fahrzeuge auf Basis von veralteten Fiat-Modellen, konnte man sich von nun an aus dem attraktiven Teileregal von VW bedienen. Arosa, Cordoba, Toledo und Alhambra ergänzten im Laufe der Jahre die Modellpalette, doch selbst 20 Jahre später ist der Ibiza mit mehr als 2,7 Millionen Käufern noch immer das kräftigste Zugpferd der Spanier und wurde 2002 grundlegend überarbeitet. www.automobilrevue.de auf Spurensuche des Erfolgs.

Mit originellen Formen und sportlichen Appeal will
Seat vor allem junge Käufer unter 30 ansprechen. Neue Modelle wie der Kompaktvan Altea oder der Toledo-Nachfolger, der Ende 2004 startet, transportieren die neue DNA der Marke Seat und geben einen Ausblick, wie es zukünftig bei den Spaniern weitergehen soll. Dabei war der Ibiza das erste Modell, das von den Konzeptfahrzeugen Salsa, Salsa emoción und Tango beeinflusst wurde und die muskulösen Formen der Kotflügel, den Kühlergrill und die ausdrucksstarken Scheinwerfer, die mit den Blinkern unter einer Klarglasabdeckung hausen, übernahm. Die nunmehr aktuelle Version überzeugt auf Anhieb, das flotte und sportliche Design ist mittlerweile zum Erkennungsmerkmal der gesamten Seat-Familie geworden, stolz prangt das große „S“-Logo auf der Nase im Zentrum des Kühlergrills.

Der Ibiza wirkt bereits auf dem ersten Blick knackig, sportlich und kompakt, besonders die originell gestylten Leuchten vorn und hinten wissen Liebhaber guten Designs zu überzeugen. Das dabei ein bisschen Alfa-Flair durchschimmert, verwundert nur wenn man nicht weiß, das Seat-Chefdesigner Walter de Silva von Alfa Romeo kam und mittlerweile für das Styling der gesamten Audi-Markengruppe, zu der neben Audi und Seat auch Lamborghini gehört, verantwortlich ist.

Der TDI sprintet los wie bei einem Start vom Flugzeugträger

Der von uns gefahrene 96 kW/130PS starke 1.9 TDI ist der Wahnsinn. Mit einem maximalen Drehmoment von 310 Nm bei nur 1.900 Umdrehungen heißt es ersten Gang einlegen, Gas geben und wie bei einem Flugzeugträgerstart lossprinten. Die Kupplung liefert einen exakten Haltepunkt und lässt den Wagen damit an jeder Kreuzung zum Eurofighter werden. Trotz serienmäßiger Traktionskontrolle kommt die Kraft auf die Strasse, auch wenn die Reifen hin und wieder mal bei zu rascher Anfahrt lautstark quietschen. Der bullige Dieselmotor geht dabei mit dem leichten Ibiza so um, als wäre es ein Golfball der von einem Schläger getroffen wird und überzeugt selbst notorische Fahrer von Benzinern. Ein kurzer Gasbefehl genügt um gegen jegliche Verkehrsregel zu verstoßen, die moderne Pumpe-Düse-Technologie macht’s möglich. Dabei erreicht das südländische Temperamentsbündel eine Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h und eine Beschleunigung von 0-100 km/h in nur 9,4 Sekunden. Dass relativ geringe Fahrzeuggewicht von rund 1.200 kg sorgt mit dafür, dass der Durst mit 4,9 Liter Diesel auf 100 km (Werksangabe) wirtschaftlich bleibt. Das serienmäßige Sechsgang-Getriebe ist leicht zu schalten und flutscht mit kurzen Wegen durch die Schaltkulisse.

Beim schnellen Fahren auf der Autobahn zieht der Ibiza sicher seine Spur wie ein ICE

Das agile Sportfahrwerk ist straff aber nicht zu hart ausgelegt und macht richtig Spaß auf kurvenreichen Strecken. Man kann sprichwörtlich um die Ecke fahren doch prescht man zu schnell in die Kurve, beginnt der Ibiza kontrolliert zu untersteuern. Und für den äußerst seltenen Fall, in dem das Heck durch ein besonders abruptes Kurven-Bremsmanöver auszubrechen droht, ist ESP serienmäßig mit an Bord. Gerade beim Thema Sicherheit macht der Kompaktsportler eine gute Figur. ABS, EBV, Bremsassistent, Front- und Seitenairbags gehören beim 1.9 TDI zur Grundausstattung.

Der Innenraum ist eher nüchtern und ohne viel Firlefanz ausgelegt. Obwohl hochwertiges Material zum Einsatz kommt, wirken Sitze, Seitenverkleidungen und Armaturenbrett zwar sachlich, aber etwas zu grau für unseren Geschmack. Die Materialien sind durchweg gut verarbeitet, kein rascheln oder knacken stört die Harmonie. Die Instrumente sind leicht ablesbar und leuchten nachts in einem kräftigen rot. Akzente setzt die originelle Form der Belüftungsschlitze, die wie eine Hommage an alte Alfa-Zeiten anmuten. Gut gefallen hat uns die „One-Touch“-Funktion des Blinkers. Einmal kurz gedrückt und die gelben Birnen blinken dreimal. Sehr praktisch beim Spurwechsel auf der Autobahn. Doch kein Lob ohne Kritik, denn die spanischen Ergonomen haben schlichtweg die Bedienung für Sitzheizung und Klimaautomatik so tief angebracht, so das man sich die Reglerstellung und Belüftungspositionen erst mal bei einem Halt anschauen muss. Eine Radiofernbedienung sucht man am Lenkrad leider auch vergebens.

Der Ibiza legt die Ohren an

Gut hingegen sind die straff gepolsterten Sportsitze, die nicht zu hart ausgelegt wurden und ordentlichen Seitenhalt bieten. Sie sind mit einer „Easy-Entry“-Funktion ausgerüstet, das ein leichteres Einsteigen nach hinten ermöglicht. Dank weitreichender Sitz- und Lenkrad-Verstellung finden kleine ebenso wie große Staturen schnell die passende Position. Durch die gute Rundumsicht und dem kleinen Wendekreis manövriert man den Ibiza spielend leicht in die engsten Parklücken. Ein nettes Extra sind die elektrisch einklappbaren Außenspiegel. Ein Knopfdruck genügt und der Ibiza legt in kleinen Garagen die Ohren an.

Angemessen ist das Raumangebot im Kofferraum, der 267 Liter fasst und durch umklappen der Rücksitze auf bis zu 960 Liter erweitert werden kann. Zudem gibt es Halterungen für Warndreieck und den Verbandskasten. Praktisch ist der Griff an der Innenseite der Heckklappe der es ermöglicht die Klappe zu schließen, ohne sich die Hände dabei schmutzig zu machen, was heutzutage auch in modernen Autos leider keine Selbstverständlichkeit ist. Positiv ist uns auch der weite Schwenkbereich der Heckklappe aufgefallen, wodurch selbst 1,95 Meter große Testfahrer ihren Kopf nicht anstoßen.

Fazit

Seat hat mit dem aktuellen Ibiza einen gelungenen Kompaktwagen auf die Räder gestellt und damit bewiesen, das Sportlichkeit Wirtschaftlichkeit nicht ausschließt. Im Test zeigte der Ibiza eine hohe Alltagstauglichkeit und sorgte mit seinen dynamischen Fahrleistungen für viel Fahrspaß, der anschließend an der Tankstelle nicht automatisch in Frust weichen musste. Der Markenslogan „Auto emoción“ wird gerade mit der bulligen 1.9 TDI-Motorisierung fühl- und erlebbar und gipfelt im vor kurzem präsentierten Ibiza Cupra TDI mit 160 PS.
(dio)

Technische Daten
(Werksangaben)

Motorbauart/Zylinderanzahl

4 Zylinder Reihenmotor

Hubraum [cm3]

1.896

Leistung [kw/PS] bei U/min

96/130 bei 4.000

Max. Drehmoment [Nm] bei U/min

310 bei 1.900

Antrieb

Frontantrieb

Länge x Breite x Höhe [mm]

3.953 x 1.698 x 1.441

Radstand [mm]

2.460

Leergewicht / Zuladung [kg]

1.192 / 495

Kofferraum [L]

267 – 960

Tankinhalt [L]

45

Höchstgeschwindigkeit [km/h]

207

Beschleunigung 0 - 100 km/h [s]

9,4

Durchschnittsverbrauch [L/100 km]

4,9

Grundpreis [Euro]

18.460 (Ibiza FR 1.9 TDI)


Seat bei www.automobilrevue.de:

Seat Alhambra 2.8 Sport 4

Seat Cordoba Cupra

Seat Ibiza Cupra R

Seat Ibiza 2002

Seat Ibiza 1.9 TDI

Seat Leon Cupra R

Seat Leon Cupra 4

Seat Salsa Emoción

Seat Toledo Prototipo

Weitere Informationen zu Seat finden Sie unter
www.Seat.de

Fotos: Achmad Setiawan

Seat Ibiza FR 1.9 TDI

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