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Spaßmobil
Skoda Octavia RS Combi

Vernunft kontra Vergnügen, Biedermann gegen Macho. Wenn die Familie größer wird bedeutet dies oftmals, das dem Fahrspaß erst mal ein Ende gesetzt wird. Der flotte Sportwagen muss dann zwangsweise gegen einen variablen Familienlaster eingetauscht werden. Das dies nicht so sein muss beweist
Skoda mit dem Octavia RS Combi und pflanzte den 1.8-Liter Turbo-Motor der Konzernschwester Audi in die brave Mittelklasse-Baureihe ein. www.automobilrevue.de über die neue Lust am Laster.

Wenn schon denn schon musste sich die Presseabteilung von Skoda Auto Deutschland gedacht haben und stellte uns einen quietschgelben Octavia auf den Hof. Auf einen kritischen Blick zum üppigen Frontspoiler folgte sogleich ein von Weisheit bedachter Rat, Parkhausrampen und Randsteine nur äußerst langsam zu begegnen. Dabei sieht der aufgerüstete Tscheche bereits im Stand schon viel zu schnell aus. Ein kecker Dachheckspoiler sowie Seitenschweller verraten dem Kenner, es hier mit etwas Besonderem zu tun zu haben.

Die erste Fahrt führt auf die vierspurig ausgebaute A5, der Gasfuß juckt und man kann es kaum erwarten, das rechte Pedal ordentlich durchzudrücken. Vehement stürmt der Skoda nach vorne, die 5-Gangschaltung flutscht präzise durch die Kulisse. Das berüchtigte Turboloch bleibt erfreulicherweise aus und wir sind von der unbändigen Kraft des Octavias überrascht und fasziniert zugleich. Die 132 kW/180 PS sind bereits bei niedrigen Drehzahlen allgegenwärtig und ziehen den sportlichen Combi mühelos aus dem Drehzahlkeller bis an die 7.000er Marke. Dabei erreicht der Tacho eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 250 km/h, was echten 231 km/h entspricht.

Die Leistungsentfaltung des bissigen Turbos ist schlichtweg ergreifend, kann aber auch im falschen Moment zu peinlichen Szenen führen wie bei einem unserer Testfahrer, der mit quietschenden Reifen vom Parkplatz losfuhr und von den umherstehenden Passanten eindeutige Gesten hinterher gezeigt bekam.

Auf der Autobahn beweist der Octavia durch seine grelle Lackierung aber auch aufgrund der serienmäßigen Xenon-Scheinwerfer, das selbst ein Skoda ausreichendes Überholprestige haben kann. Kurze Zwischensprints gehören dabei zu seinen leichtesten Übungen und die etablierte deutsche obere Mittelklasse muss sich gewaltig anstrengen, um dem Skoda Paroli bieten zu können. Abstriche muss man hingegen beim Komfort hinnehmen, da das tiefer gelegte Fahrwerk mit 16-Zoll-Alus sehr hart abgestimmt ist. Die Insassen werden besonders bei Querfugen ordentlich durchgeschüttelt, auf schlechtem Straßenbelag zittert sogar das ganze Auto. Die recht hohe Seitenwindempfindlichkeit trübt das Komfortbild ebenfalls noch etwas. Doch zumindest versöhnt der Octavia durch bequeme Sportsitze mit Teillederbezug und ordentlichem Seitenhalt wieder etwas und lässt so flottes Kurvenfahren nicht zu einer Tortour für die Passagiere verkommen.

Auch großwüchsige Fahrer finden mühelos eine optimale Sitzposition und erfreuen sich über ein knackiges Fünfgangschaltgetriebe und ein leichtgängiges Volant. Das Cockpit hebt sich gegenüber den braveren Versionen durch weißskalierte Instrumente und einer Edelstahl-Pedalerie ab. Einzig die sehr sachliche und nüchterne Gliederung des Armaturenbretts will nicht ganz zum sportlichen Charakter des RS passen. Dafür ist die Ausstattung des Tschechen mit Klimaautomatik, Audioanlage, vier elektrischen Fensterhebern und Regensensor nahezu komplett.

Für die Reise in den Urlaub ist der Octavia Combi geradezu prädestiniert. Vier bis fünf Personen samt umfangreichen Gepäck können über Platzmangel nicht klagen, was bei den Konzernderivaten auf Golf IV-Plattform nicht unbedingt selbstverständlich ist. Der mit 548 Litern üppig bemessene Kofferraum kann durch umlegen der Rücksitzbank auf bis zu 1.512 Liter vergrößert werden, wodurch selbst der Transport von 2 Fahrrädern problemlos möglich wird. Dem großzügig dimensionierten Radstand von 2,51 Meter sei Dank.

Doch was sagt die Familie zum Kapitel Kosten? Stolze 25.790 Euro kostet die RS-Version. Viel Geld für junge Familien, doch die Konkurrenz vom Schlage eines Ford Focus ST 170 (26.465 Euro) oder Opel Astra OPC (27.370 Euro) langt noch kräftiger in die Haushaltskasse. Der Verbrauch hält sich mit durchschnittlich 8,0 Liter/100 km (Werksangabe) absolut in Grenzen, allerdings muss es schon teures Super plus sein.

Der Octavia RS knüpft an die lange sportliche Tradition von Skoda an und schafft eine Verbindung zu den laufenden Motorsport-Aktivitäten. Dieser Octavia beweist, das Kombis nicht langweilig sein müssen. Er vereint hohe Sportlichkeit mit großzügigem Raumangebot, lediglich das hölzerne Fahrwerk bietet Anlass zur Kritik. Toppen könnte ihn nur noch ein Superb Combi – aber das dürfte wohl ein Traum bleiben, oder?


Technische Daten:

Motorbauart/Zylinderanzahl

4-Zylinder Reihenmotor

Hubraum [cm3]

1.781

Leistung [kw/PS] bei U/min

132/180 bei 5500

Max. Drehmoment [Nm] bei U/min

235 bei 1950 - 5500

Antrieb

Frontantrieb

Länge x Breite x Höhe [mm]

4513 x 1731 x 1444-1510

Radstand [mm]

2511

Leergewicht / Zuladung [kg]

1415 - 1465/435 - 485

Kofferraum [L]

548 - 1512

Tankinhalt [L]

55

Höchstgeschwindigkeit [km/h]

231

Beschleunigung 0 - 100 km/h [s]

8,0

Durchschnittsverbrauch [L/100 km]

8,0 Super 98 ROZ

Grundpreis [Euro]

25.790,-

Skoda bei www.automobilrevue.de:

Skoda Octavia 1.9 TDI

Skoda Superb 1.9 TDI

Weitere Informationen zu Skoda finden Sie bei: www.skoda.de

Fotos: A. Setiawan &

Th.Oelschläger

Skoda Octavia RS Combi

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