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Smart für Freunde und Familie
Der Kult geht mit dem Forfour in die nächste Runde

Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht, das aus dem Einprodukt-Anbieter
Smart innerhalb kürzester Zeit ein ernst zunehmender Automobilhersteller werden würde. Genau zehn Jahre ist es her, als erste geheime Gespräche zwischen Mercedes-Benz und dem Swatch-Fabrikanten Nicolas Hayek stattfanden. 1994 wurde schließlich die Micro Compact Car AG (MCC) gegründet, wobei die Stuttgarter 100 Jahre Automobil-Knowhow und die Schweizer ihre Erfahrung mit einem erfolgreichen kostengünstigen Lifestyle Produkt und dem Wissen, wie man in kürzester Zeit Kultstatus erlangt, in die Partnerschaft einbrachten.

Vier Jahre später startete die Produktion im französischen Hambach, zeitgleich übernahmen die Stuttgarter die MCC zu 100%. Doch der Start war holprig und Mercedes-Benz Boss Jürgen Hubbert mußte auch aufgrund des Elchtest-Debakels mit der
A-Klasse sehr starke Nerven zeigen. Manchem dürften die Schlagzeilen und Bilder von damals noch in (un)guten Erinnerungen geblieben sein, als ein Smart umkippte und auf der Heckklappe liegen blieb oder das „Ei auf Rädern“ auch gerne mal als „Elefantenrollschuh“ belächelt wurde.

Heute sind die Probleme von damals vergessen und vor wenigen Tagen feierte man mit den 2.215 Mitarbeitern die Produktion des 500.000 Smarts. Damit die Erfolgsgeschichte noch lange weitergeht, wird die Smart-Familie kontinuierlich ausgebaut. Neben den Bestsellern
City-Coupé und Cabrio gesellte sich im vergangenen Jahr der auf 2.000 Exemplare limitierte und über 24.000 Euro teure Crossblade hinzu, der weder Dach, noch Türen oder Windschutzscheibe besitzt und fast als Motorrad mit vier Rädern durchgehen kann. Dieses Frühjahr erweiterten der freche Roadster und sein Zwillingsbruder Roadster-Coupé die Modellpalette und dürften den Markt der kleinen Cabrios ordentlich aufmischen.

Doch die Smart-Verantwortlichen unter der Führung von Andreas Renschler haben größeres vor und enthüllten jetzt am Flughafen von Zürich vor 400 geladenen Fachjournalisten mit dem Forfour ein neues ehrgeiziges Projekt, das einen wichtigen Meilenstein für die Marke Smart darstellt. Der Smart Forfour ist auch das erste Produkt aus der Zusammenarbeit mit der japanischen Konzernallianz Mitsubishi Motors Corporation (MMC), die auf der IAA den auf gleicher Plattform basierenden
Colt-Nachfolger präsentieren wird. In nur 33 Monaten entstanden zwei in Konzept und Design völlig unterschiedliche Fahrzeuge, die dennoch insgesamt 40% Gleichteile besitzen und ab Frühjahr 2004 gemeinsam aus der NedCar-Fabrik im holländischen Born vom Band laufen werden.

Verwechslungsgefahr besteht aber keine, denn rein äußerlich haben die beiden Kompakten gar nichts gemeinsam. So wurden im Forfour die für Smart typischen Produktmerkmale wie die auffällige TRIDION-Sicherheitszelle, das Zweimaterial-Konzept, die modulare Bauweise und das außergewöhnliche Design konsequent umgesetzt. Besonders markant ist die Zweifarbigkeit und das lächelnde Gesicht des Neuen mit den vier in tiefen Höhlen steckenden Scheinwerfern. Ein extrem kurzer Überhang hinten sowie große, mit den Kotflügeln bündig abschließende Räder lassen den Fünftürer sportlich und dynamisch erscheinen. Hinten sorgen die dreidimensionalen Heckleuchten für Identifikation mit der Marke. Wie schon bei City-Coupé und Cabrio sind auch beim Forfour die Body Panels, die in acht Farbtönen angeboten werden, austauschbar.

Für den poppigen Innenraum ist als Sonderausstattung ein sogenanntes lounge concept erhältlich, bei dem durch Umklappen beider Vordersitze eine horizontale Sitzfläche auf gleichem Niveau mit den Rücksitzen entsteht. Durch lounge pads in jeweils passendem Dekor wird die Rückenlehne der Fondsitze seitlich verlängert und zu den hinteren Seitentüren abgerundet. Um beim Herumlümmeln die Hände frei zu haben, dient eine umklappbare und auch axial drehbare Multifunktionsarmlehne zwischen den Vordersitzen als praktische Ablage oder Cupholder.

Von Haus aus ist der Forfour, wie auch sein Name schon sagt, ein Viersitzer, gegen Aufpreis kann aber eine spezielle Rücksitzanlage für drei Personen geordert werden. Das Kofferraumvolumen faßt knapp 270 Liter und läßt sich auf bis zu 910 Liter erweitern. Vorn fällt ein luftig geschwungenes Armaturenbrett mit klassischen Rundinstrumenten im Stile von Alfa und aufgesetzten kugelförmigen Luftdüsen auf. Serienmäßig läuft das Forfour-Basismodell Pulse mit Kunststoffdach mit genarbter Oberfläche vom Band, während das Modell Passion ein Panorama-Glasdach mit einer Fläche von 1,4 qm besitzt.

Als Antrieb stehen drei Benzinmotoren mit 1,1, 1,3 und 1,5 Liter Hubraum und einer Leistung von 55 bis 80 kW (75/109 PS) sowie zwei 1,5 Liter Dieseltriebwerke mit 50 bzw. 70 kW (68/95 PS) zur Verfügung. Sämtliche Varianten erfüllen die EU4-Abgasrichtlinie und dürfen sich einer zweijährigen Steuerbefreiung erfreuen. Neben dem Fünfgang-Schaltgetriebe wird optional ein automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten, bei dem ein Elektromotor das Kuppeln übernimmt. Zusätzlich sind gegen Aufpreis Schaltwippen am Lenkrad erhältlich.

Mitte September auf der IAA in Frankfurt wird der neue Smart erstmals den kritischen Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt werden, wo er sich mit seinen Hauptkonkurrenten vom Schlage eines
Mini, Peugeot 206, Opel Corsa oder VW Polo messen muß. Im Frühjahr 2004 ist der emotionelle Kleinwagen dann endlich für 12.760 Euro zu kaufen. Doch damit ist das Abenteuer Smart noch lange nicht am Ende angelangt. 2006 wird die nächste Ausbaustufe gezündet und im brasilianischen Juiz de Fora ein SUV-Derivat vornehmlich für den US-Markt produziert werden. Es bleibt also spannend. (dio)

Smart bei www.automobilrevue.de:

Smart Citycabrio
Smart City-Coupé CDI
Smart Coupéstudie
Smart Crossblade
Smart forfour
Smart Tridion 4

Weitere Informationen zu Smart finden Sie unter:
www.smart.de

Fotos: D.Oelschläger

Smart Forfour

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