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Auf ins Gelände

Der
VW Touareg wird wohl überwiegend von seinen Fahrern auf der Straße bewegt werden. Das er auch im Gelände eine äußerst gute Figur abgibt, zeigt sich bei einem Geländewagentraining in einem ehemaligen Kieswerk in Oschersleben, ca. 1 Stunde Fahrt vom VW Stammsitz Wolfsburg entfernt. Die Firma Volkswagen experience stellt für jeweils 2 Teilnehmer einen VW Touareg V6 mit 241 PS bereit, welche unter der fachkundigen Anleitung erfahrener Instruktoren dann abseits befestigter Wege auf ihre Geländetauglichkeit geprüft werden.

Doch vor jeder Praxis steht die Theorie. So auch hier. Als Geländewagen-Laien werden wir in einem kurzen Lehrgang in die Technik eines Geländewagens und die Fahrweise im Gelände eingeführt. Fachbegriffe wie
Böschungswinkel, Wattiefe, Steigfähigkeit oder auch Neigungswinkel werden anschaulich erläutert und sind danach keine böhmischen Dörfer mehr. Doch zum Glück hält sich die Lernerei in Grenzen und es geht umgehend zur Praxis über.

Zuerst heißt es ein Gefühl für den rund 2,3 t schweren Volkswagen zu entwickeln und sich mit dem Wagen vertraut zu machen. Das geschieht auf einer überschaubaren Teststrecke, wo das Durchqueren von Gräben, das seitliche Befahren einer Böschung und das Befahren einer 4 m hohen Treppe auf dem Programm steht. Über Funk geben die Instruktoren Anweisungen und Hilfestellungen an die Fahrer, gerade auch, wenn es um die speziellen Geländefunktionen des Touareg geht. Der bietet zum Beispiel an Drehknöpfen die Möglichkeit, die Karosserie mittels Luftfedern um bis zu 30 cm anzuheben, um die Bodenfreiheit zu erhöhen oder die Getriebeuntersetzung mit diversen Differenzialsperren wirkungsvoll zu nutzen. Dank permanentem Allradantrieb und Sechsstufenautomatik kommt selbst der unerfahrenste Pilot mit dem großen VW leicht zurecht und meistert gekonnt alle Übungspassagen, denn nur das Automatikgetriebe gewährt Schaltvorgänge, bei denen die Zugkraft nicht unterbrochen wird, was gerade auf losem Untergrund wie Sand für stressfreien Vortrieb sorgt.

Das spielendleichte Handling des Touareg beflügelt uns und so geht es tiefer in das Gelände des Kieswerks hinein. Mit großen Augen stehen wir vor dem ersten Hügel, den es zu erklimmen gilt. Selbst zu Fuß würde es den meisten Teilnehmern schwerfallen, den Gipfel zu erreichen. Für den Gelände-VW aber ist dies eine der leichteren Übungen. Mit dem nötigen Gefühl im Gasfuß zieht der Touareg unbeirrt seinen Weg hinauf. Das man als Fahrer dabei in erster Linie nur den Himmel im Blick hat, irritiert und verunsichert anfangs, mit zunehmender Übung stellt sich dann aber ein Gefühl der Überlegenheit über Berg und Tal ein. Apropos Tal. Wo es hinauf geht, muss es auch irgendwann wieder hinunter gehen. Und die erste Abfahrt lässt das Herz eines jeden Fahrers unweigerlich höher schlagen, wenn man mit der Vorderachse über die Kuppe fährt ohne den Grund des Abhangs zu sehen. Aber alles ist dann viel einfacher, als es aussieht. Die ausgefeilte Elektronik des Offroaders steht auch hier helfend zur Seite. Denn dank der Bergabfahrkontrolle braucht der Fahrer nur etwas Gas zu geben, um über den Rand zu gelangen, dann kann man die Füße von den Pedalen nehmen (ja, auch vom Bremspedal), denn der Geländewagen wird automatisch eingebremst und rollt nun sanft und spurgetreu den Hang hinab. Dafür muss man den Ingeneuren aus Wolfsburg seinen Respekt abzollen!

Nach mehreren Versuchen mit immer höheren Hügeln und steileren Passagen, die immer wieder eine neue Herausforderung darstellen, bietet das Gelände trotzdem noch neue Überraschungen. So testen die Fahrer ihr „Popometer“ bei einer Schrägfahrt am Hang. Bei 35° Schräglage muss man sich schon am Lenkrad fest klammern, um nicht haltlos gegen die Tür gedrückt zu werden. Die Angst, das der VW auf die Seite kippen könnte, ist dabei allgegenwärtig. Trotzdem sind wir Laien bei weitem nicht am Limit, die der Touareg auszuhalten im Stande ist. Unsere Instruktoren fahren einen Wagen als Anschauungsbeispiel in so eine extreme Schräglage, das man die Türen keinen Spalt weit mehr öffnen kann. Und trotzdem besteht immer noch keine Gefahr, das der Wagen kippt. Wir sind erneut mehr als Beeindruckt.

Nach so viel Nervenkitzel würde eine Abkühlung gut tun. Leider nicht für uns Geländewagen-Neulinge. Denn unter Abkühlung verstehen unsere Instruktoren den Wassergraben. Und der ist gut gefüllt mit einer braunen Schlammbrühe, in die wir den Toureg vorsichtig hinein bugsieren. 50 cm Wassertiefe (die sogenannte Wattiefe) sind kein Problem und so geht es vorsichtig, aber beständig hindurch. Das beklemmende Gefühl, durch so tiefes Wasser zu fahren, legt sich in kürzester Zeit und es macht zunehmend Spaß, den Wassergraben zu durchfahren. Auch wenn das oberste Gebot dabei lautet, dabei keine große Bugwelle zu erzeugen, fährt so mancher doch nach ein paar Versuchen spritzend hinein.

Anschließend geht es einen Hang hinunter, durch eine Grube mit weichem, lockeren Sand und auf der gegenüberliegenden Seite wieder den Hang hinauf. Diese Passage erweist sich als sehr anspruchsvoll, denn neben der nötigen Sorgfalt bei der Bergabfahrt muss der Fahrer im Sand aufs Gaspedal steigen um nicht stecken zu bleiben. Gleich darauf bei der Bergauffahrt ist wieder das nötige Gefühl für den Schwung des Wagens nötig, um den Hang nicht zu schnell hinaufzupreschen. Nach mehreren Anläufen gelingt es schließlich allen Teilnehmern mehr oder weniger Elegant. Bemerkenswert ist übrigens, das die Frauen unter den Teilnehmern (welche gut die Hälfte der Gruppe stellen) oftmals mit mehr Gefühl und Sorgfalt an die Aufgaben herangehen.

Nach einer Kaffeepause, bei der sich rege Diskussionen über die für alle Teilnehmer erstaunlichen Geländefähigkeiten des VW Touareg ergaben, heißt es nun, das bisher gelernte in einem Wettbewerb in die Praxis umzusetzen. Ein Teil des Geländes, welches bisher von uns noch nicht unter die Räder genommen wurde, ist mit Stangen bestückt, durch die man möglichst ohne Berührung hindurchfahren muss. Dabei kommen alle Arten von Geländeformationen zum Zuge: Schrägfahrten, Berg- und Hangfahrten sowie Verschränkungspassagen und der Wassergraben. Kleine Holzpfeile markieren dabei jeweils den richtigen Weg. Auf dem Rückweg zum Vereinshaus, in dem die Siegerehrung stattfindet, können wir noch mit höherer Geschwindigkeit durch lose Sandfelder driften. So in etwa muss sich
Jutta Kleinschmidt in ihrem VW Touareg auf der Rallye Paris – Dakar fühlen. Ein Hauch von Abenteuer keimt in den Fahrern auf.

Zum Schluss sind alle Sieger und werden außer mit einer Urkunde auch mit der Gewissheit belohnt, das es sich bei dem VW Touareg um einen reinrassigen Geländewagen handelt, der Abseits aller Straßen seinen Mann steht und trotzdem auch auf der Straße eine äußerst gute Figur abgibt. (tho)

Weitere Informationen:

Volkswagen experience
c/o Supprt Center
Sattlerstr. 3
30916 Isernhagen
Tel.: 0800/89 38 368 (kostenfrei)

www.volkswagenexperience.de

Fotos: Th. Oelschläger

VW Touareg

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