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Evergreen
Audi A4 Cabriolet 1.8T

Obwohl erst seit 2 Jahren auf dem Markt, hat das aktuelle Audi A4 Cabriolet bereits heute das Zeug zum Klassiker. Wie schon sein erfolgreicher Vorgänger reizt der Audi neben seinem schnörkel- und zeitlosen Designs vor allem mit hoher Qualität und einem Anmachfaktor der Extraklasse. www.automobilrevue.de über das Fahren und Flirten mit dem exklusiven Schönling.

Pkw offen", so steht es unter Ziffer eins im Kfz-Schein. Sie beschreibt die Fahrzeug- und Aufbauart. Abstoßend, dieses Amtsdeutsch! Pkw offen – was für eine Untertreibung! Liebes KBA in Flensburg: Für dieses Auto muss eine Reform der Behördensprache her. Der Begriff "Pkw offen" wird dem Cabrio von Audi auch nicht annähernd gerecht. Hier steht nicht einfach ein Autos ohne festes Dach, sondern die Creme deutscher Frischluftkultur. Der A4 in Cabrioausführung öffnet mit seinem Verdeck auch die Herzen automobiler Genießer.

Das Audi Cabriolet fahren süchtig machen kann, davon zeugen die weltweit 72.000 Käufer– davon rund 45.000 in Deutschland - der ersten Generation des viersitzigen Audi Cabriolet, das von Mai 1991 bis Juli 2000 produziert wurde. Der Anfang 2002 präsentierte Nachfolger soll diesen Erfolg weiter fortsetzen und wartet mit einem emotionalen Paket auf, das in seiner Klasse seinesgleichen sucht. Seine dynamische und muskulöse Frontpartie setzt klare Signale an das weibliche Geschlecht und das knackige Heck zieht sehnsüchtige Blicke auf sich. Keine Frage, an die zeitlose Eleganz des A4 Cabrios kommen nur wenige Mitbewerber heran und das, was dem A 4 an Blech fehlt, steht ihm ausgesprochen gut.

Sekt statt Selters weit oberhalb der Füllmarkierung

Die Kunst der Reduktion beherrschen die Ingolstädter perfekt und setzen dabei voll und ganz auf ein schlichtes Design, das mit nur wenigen modischen Akzenten wie beispielsweise der Frontscheiben-Rahmen mit seiner Oberfläche aus Aluminium und die Alu-Leisten entlang der Gürtellinie auskommt. Weder Kanten noch Sicken stören die kunstvolle Ästhetik des Evergreens, der nicht nur offen sondern auch geschlossen Emotionen weckt, obwohl es sich nüchtern betrachtet „nur“ um ein Derivat des gehobenen Mittelklassemodells A4 handelt.

Ein einfacher Tastendruck genügt, um Öffnen und Schließen des Softtops auszulösen. Die Seitenscheiben fahren von selbst ab - und wieder aufwärts, das manuelle Öffnen eines Verriegelungsbügels oder das Aufknöpfen einer Persenning sind im A4 Cabriolet überflüssig. Das Dach versinkt elektrohydraulisch unter einem Blechdeckel und entzieht sich damit vollständig den Augen der Betrachter. Doch auch mit Kapuze macht der Audi jederzeit eine gute Figur. Die breite Hecksäule des Verdecks behindert zwar ziemlich den Blick nach schräg hinten, doch sieht das Cabrio damit einfach unschlagbar kraftvoll und massiv aus.

Allerdings dürfen die Fondpassagiere nicht an Klaustrophobie leiden, denn neben dem stark eingeschränkten Blick nach draußen - was wiederum schlecht fürs flirten ist - geht es hinten naturgemäß beengt zu. Es fehlt vor allem an ausreichend Knieraum und Ellenbogenfreiheit.
Auch eine längere Offenfahrt möchte man den Fondpassagieren nicht zumuten, da es bereits ab Tempo 60 ziemlich zugig wird. Davon spüren die vorderen Insassen Gott sei Dank nicht viel, denn neben dem guten Raumgefühl weht vorne allenfalls ein laues Lüftchen. Weder sichtbare Gestänge, Streben noch laute Windgeräusche stören die Harmonie, dem mehrlagig gefütterten Stoffverdeck sei Dank. Die wirkungsvolle Heizung/Lüftung bringt die Insassen jeden Morgen zum Glühen. Der Wagen kommt so schnell auf Temperatur, dass man jedes mal mit roten Backen aussteigt. Die Sitzheizung, die wir bei einer offenen Fahrt bei 8 °C Außentemperatur ausprobiert haben, macht ordentlich heiß, die höchste Stufe war nach 10 Minuten nicht mehr auszuhalten.

Im Vergleich zur A4 Limousine wirkt das Armaturenbrett deutlich frischer, wozu vor allem die runden, chromumrandeten Lüftungsdüsen am oberen Ende der Mittelkonsole beitragen. Der Innenraum ist sehr übersichtlich gestaltet. Alle Instrumente sind leicht zu erkennen und zu bedienen und auch das (aufpreispflichtige) Navigationssystem mit seinem großen, in der Mitte befindlichen Bildschirm, lässt sich kinderleicht programmieren. Serienmäßig an Bord sind elektrische Fensterheber vorn und hinten, und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, die auch die Verriegelung des Handschuhfachs betätigt.

Der „jetzt-aber-runter-mit-dem-Dach-Knopf“

Bei Urlaubsfahrten zu Zweit vermittelt das A4 Cabriolet bereits von der ersten Minute an Urlaubsgefühle. Der Weg ist das Ziel. Das A-nach-B-Prinzip tritt weit in den Hintergrund. Vielmehr vermittelt er die C(abrio)-Methode: von A nach B über C. Umwege als Spaßfaktor. Also Sonnenbrille auf, ein Druck auf den „Jetzt-aber-runter-mit-dem-Dach-Knopf“ und cool bleiben heißt die Devise, den die Flirtkraft ist beim A4 Cabriolet besonders hoch. Auf beliebten Boulevards wie Münchens Leopoldstraße, Düsseldorfs Kö oder der Frankfurter Berger Straße dreht sich nicht nur das weibliche sondern auch das starke Geschlecht nach dem feuerroten Cabrio um.

Wenn TT-, Z3- und SLK-Fahrer schon geschlossen haben, fahren wir noch offen. Das Windschott eingesetzt und hochgeklappt, die Fenster oben, so kann man wirklich ein paar verrückte Touren unternehmen ohne einen Luftzug abzubekommen. Das Cabriogefühl lässt sich dabei von windstill (mit Schott und Scheiben oben) bis stürmisch (ohne Schott und Scheiben unten) regulieren. Bei offenem Verdeck kann man sogar jederzeit noch die Musik aus dem Radio in vollen Zügen genießen, ohne das dabei der Lärmpegel ins unermessliche ansteigt. Wer das optionale Windschott einmal nicht braucht, kann es dank einer ausgeklügelten Konstruktion auf kaum mehr als ein Viertel seiner Fläche zusammenklappen und, verstaut in einer eigenen Tasche, platzsparend im Gepäckraum unterbringen.

Vom Gepäckraum aus lässt sich der Verdeckkasten in der Höhe variieren: Mit einem umlegbaren Hebel kann man den Kasten heben oder absenken. So steht bei geschlossenem Verdeck mit 315 Liter deutlich mehr Gepäckraumvolumen zur Verfügung. Bei geöffnetem Dach beträgt das Volumen immer noch 246 Liter. Eine serienmäßige Durchladevorrichtung zum Innenraum erlaubt das komfortable Verstauen von bis zu drei Paar Skier oder zwei Snowboards.

Neben Front- und Seitenairbags komplettiert ein Überrollschutzsystem den Insassenschutz, das optisch unauffällig in die doppelte Rückwand integriert ist. Bei einem Überschlag werden, sensorgesteuert und millisekundenschnell, zwei Schutzbügel hinter den Fond-Sitzen ausgelöst. Zusammen mit dem extrem steifen Frontscheiben-Rahmen helfen sie im Falle eines Überschlags, den Überlebensraum für alle Insassen zu erhalten. Für aktive Sicherheit sorgt zudem das serienmäßige elektronische Stabilisierungsprogramm ESP mit hydraulischem Bremsassistent.

Neutral wie die Schweiz

Die hohe Gürtellinie des Audi vermittelt schon optisch ein Gefühl hoher Solidität, das sowohl für die Karosseriefestigkeit als auch für das Verdeck zutrifft. Die Karosserie ist auf holprigen Straßen überraschend verwindungsarm und bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn angenehm komfortabel. Ein wesentlicher Spaßmacher ist das Fahrwerk: Bis in den Grenzbereich neutral wie die Schweiz, gibt sich der offene A4 ebenso agil und kurvengierig wie die geschlossene Variante.

Dazu trägt auch der bewährte 1.8-Liter Turbomotor bei, der sehr spurtfreudig ist und sich fernab jeglicher Vibrationen fast wie ein großvolumiger anfühlt. Seine Leistungsentfaltung ist spontan aber nicht krawallartig. Sowohl auf der Autobahn als auch auf kurvigen Landstraßen ist der 120 kW / 163 PS starke Audi gut mit dabei. Im unteren Drehzahlbereich ist er erstaunlich spritzig und auch die Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h lässt nichts zu wünschen übrig. Der hohe Fahrkomfort ist nicht zuletzt auch auf das knackige und eng abgestufte Getriebe zurückzuführen, denn die weiche 5-Gang-Schaltung lässt sich sauber und präzise ohne Hakeleien handhaben.

Pluspunkte sammelt der Audi auch beim Verbrauch. Dem Bordcomputer zufolge liefen im Schnitt 10,3 Liter Super durch die Einspritzdüsen, was für das 1.540 kg schwere und flott motorisierte Cabriolet ein guter Wert ist. Einziger Wermutstropfen ist der hohe Grundpreis: Mindestens 33.500 Euro sind für das Einstiegsmodell anzulegen, im Falle des reichhaltig ausgestatteten Testwagens waren sogar 43.600 Euro fällig – da ist die Schmerzgrenze schnell überschritten.

Fazit

Das Audi Cabrio unterstreicht den Premiumanspruch der Marke. Gute Fahrleistungen, sinnvolle Komfortausstattung, hohe aktive und passive Sicherheit sowie eine exzellente Verarbeitung fordern ihren hohen Preis. Offen fahren ist für Fahrer und Beifahrer pures Vergnügen und vor allem auf Landstrassen möchte man aus dem A4 Cabrio am liebsten nie mehr aussteigen. Es besteht hochgradige Suchtgefahr. Der 1.8-Liter Turbomotor ist ein Beleg dafür, dass man auch einen Benziner mit ordentlich Leistung und Drehmoment fordern kann, ohne beim Verbrauch böse abgestraft zu werden.
(dio)

Technische Daten:

Motorbauart/Zylinderanzahl

4-Zylinder-Reihenmotor

Hubraum [cm3]

1.781

Leistung [kw/PS] bei U/min

120/163 bei 5.700

Max. Drehmoment [Nm] bei U/min

225 bei 1.950 – 4.700

Antrieb

Vorderradantrieb

Länge x Breite x Höhe [mm]

4.573 x 1.777 x 1.391

Radstand [mm]

2.654

Leergewicht / Zuladung [kg]

1.540 / 480

Kofferraum [L]

315

Tankinhalt [L]

70

Höchstgeschwindigkeit [km/h]

226

Beschleunigung 0 - 100 km/h [s]

9,4

Durchschnittsverbrauch [L/100 km]

10,3 Super 95

Grundpreis [Euro]

33.500


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Weitere Informationen zu Audi finden Sie unter
www.audi.de

Fotos: Achmat Setiawan

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